Automobile Zukunft: Googeln am Steuer, Facebooken im Auto
Auf der Technikmesse CES in Las Vegas stellt Daimler eine Kooperation mit Google und Facebook vor: Fahrer der 2013er Modelle werden dann auf cloud- und datenbasierte Dienste zugreifen können. Audi, Kia und Ford bieten ebenfalls Lösungen für die mobile, voll vernetzte Kundschaft.
Auf der Technikmesse CES in Las Vegas stellt Daimler eine Kooperation mit Google und Facebook vor: Fahrer der entsprechenden Mercedes-Benz-Modelle werden dann auf cloud- und datenbasierte Dienste zugreifen können. Oder Navi und Facebook-Freundliste verknüpfen können: Dann sieht man, welche Freunde gerade auf dem Weg liegen - bildlich gesprochen.
Dass viele liegen bleiben könnten, weil der Fahrer sich nicht mehr auf den Straßenverkehr konzentrieren kann, wenn er auch noch am Steuer surft, räumt Daimler aus: Die Webseite des ZDF, Heute.de, zitiert den Mercedes-Produktmanager für Telematikdienste, Robert Policano: Das System ziehe nicht mehr Konzentration ab als ein normales Navigationssystem. Deshalb sei die Facebook-App im Funktionsumfang auch stark reduziert. Fährt der Wagen, können keine Texte eingegeben werden. Zunächst wird die App in den USA für den 2013 SL Mercedes verfügbar sein.
Die Neuheit ist eine Weiterentwicklung des Mercedes-Benz-Systems mbrace. Mit Google hat Daimler darüber hinaus seine Zusammenarbeit ausgebaut und erhält direkten Zugang zu "Google Maps API for Business“ für die Nutzung von cloud- und kartenbasierten Diensten. Im zweiten Quartal 2012 werden all diese Funktionen ("Send-to-Car“, cloud-basierte Apps, Integration von Google Street View, Panoramio und lokaler Suche) mit mbrace2 für Mercedes-Benz Kunden in den USA verfügbar sein, teil der Stuttgarter Konzern mit.
Audi und Ford bieten ebenfalls Lösungen für die mobile, voll vernetzte Kundschaft. Ford baut ein eigenes Siri, eine Sprachsteuerung fürs Auto, ein. Apps erlauben die Synchronisation von Reiseplanung auf dem Handy mit dem Navi im Wagen. Audi will die Ablenkung gering halten und projiziert Bildschirminhalte auf die Windschutzscheibe ("Head up Display"), die Bedienung erfolgt mit Gesten - so wie das auch Mercedes plant, wie dieses Zukunfts-Video auf "Auto Motor und Sport" online zeigt.
Audi arbeitet an einem Multi Media Interface (MMI). Das vernetze Auto, berichtet Auto Motor und Sport, hole sich alle Informationen via Mobilfunkgeneration und Clouds. "Auf diese Weise wird es Teil der Datenwelt von morgen", zitiert das Automagazin Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzenden von Audi.