2012 als Umbruchsjahr würde wohl auch eBays CEO John Donahoe unterschreiben: "Shopping und Handel werden sich in den nächsten drei Jahren mehr verändern als in den letzten 20", sagte er im Gespräch mit Sonali De Rycker von Accel Partners. Auch hier: Die Grenze zwischen On- und Offline verschwimmt, gerade durch Mobilgeräte. Was nicht heißt, dass der stationäre Handel verschwindet: "Bricks and Clicks" sieht Donahoe als Erfolgsformel. Was dagegen verschwinden wird: "In zwei Jahren trage ich sowas nicht mehr rum", erklärte Donahoe und hielt seinen Geldbeutel hoch.

Nicht neu, aber einer der Publikumslieblinge ist Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, der eine Bilanz des SOPA-Blackouts zog. Das nächste ähnliche Gesetz sei ACTA, bei dem er hoffe, dass das Europäische Parlament ein Zeichen dagegen setze. Zwei Botschaften für die Medienindustrie hatte er auch: Die Motion Picture Association of America solle ihren Chairman Christopher Dodd feuern, der harsche Kritik am Blackout geübt hatte. Und: "Digitale Distributionsplattformen sind eine große Chance für die Medienindustrie. Sie könnten damit anfangen, mich das online kaufen zu lassen, was ich will."

Passend zu den Vorrednern griff auch Facebooks Chief Operating Officer Sheryl Sandberg in ihrem Schlusswort die Entwicklung vom Information Web zum Social Web auf und skizzierte, welche Vorteile Social Media - natürlich vor allem Facebook - böten. Eine Initiative, um mehr kleine und mittlere Unternehmen etwa mit Werbegutscheinen an Facebook heranzuführen, knüpft auch hier an die Verbindung von On- und Offline an.

Ganz generell war die Schlußphase von DLD in Frauenhand: Vor Sandbergs Keynote erhielt Arianna Huffington den Aenne Burda Award for Creative Leadership. Zudem verkündeten DLD-Mitgründerin Steffi Czerny gemeinsam mit Anne Gfrerer (HypoVereinsbank/UniCredit) und Maria-Theresia von Seidlein (S&L Medien Gruppe) den Start ihres Programms zum Gründerinnen-Mentoring. Ein Mentorenprogramm von deutschen Managerinnen für Startup-Gründerinnen. Die Gewinnerinnen werden auch auf DLD Women integriert – was gleich den Weg in die Zukunft, konkret gen Sommer, wies.


Autor: Ralph-Bernhard Pfister

Ralph Pfister ist Koordinator am Desk der W&V. Wenn er nicht gerade koordiniert, schreibt er hauptsächlich über digitales Marketing, digitale Themen und Branchen wie Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Sein Kaffeekonsum lässt sich nur in industriellen Mengen fassen. Für seine Bücher- und Comicbestände gilt das noch nicht ganz – aber er arbeitet dran.