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Alles auf Facebook? Medienexperten über die neue FHM-Strategie
David Eicher, Chef der auf Social Media spezialisierten Agentur Webguerillas:
"Aus meiner Sicht zeigt die Facebook-Offensive von FHM, dass die Verlage sukzessive den Kontakt zu ihren Lesern verloren haben (ja, sie stehen mit dem Rücken an der Wand!). Und dass sie so versuchen (werden), diese Beziehung wieder zu reaktivieren. War nicht früher genau das das Asset der Verlage: die enge Beziehung zu ihren Kunden/Abonnenten? Außer meiner Frau wusste doch nur zwei umfassend über mich Bescheid: meine Bank und meine Zeitung. Hier haben Ihnen die Social Networks tatsächlich die Butter vom Brot genommen. Zumal die (Facebook-) Feed-Technologie auch noch das bietet, wovon die Verlage seit Jahrzehnten reden: die Möglichkeit, sich eine individuelle Zeitung, einen individuellen Newsfeed zusammenzustellen - bestehend aus lokalen, überregionalen, fachspezifischen oder was auch immer für Nachrichten.
Nichtsdestotrotz glaube ich nicht, dass diese Entwicklung zu einem allgemeinen Websitesterben (in der Verlagsbranche) führen wird. Websites bieten ganz andere Möglichkeiten der Marken- und Produktpräsentation. Ich denke, es hängt immer davon ab, welchen Mehrwert eine Corporate Website zu geben im Stande ist. Wenn da allerdings auch nur die Facebook-Infos draufstehen - zugegeben im CI der Marke - dann reicht das sicher nicht aus, um dieser Website auf Dauer Berechtigung zu geben.
Andererseits: Die Strategie, sich ganz auf Facebook zu konzentrieren, ist insofern riskant, da Facebook jederzeit die Spielregeln ändern kann (Bezahlsystem einführen, Inhalte sperren, die ganze Fanpage sperren ... z.B. wegen nackter Mädels, etc.). Daran haben die FHM-Verantwortlichen vielleicht noch nicht gedacht ..."









