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Immoscout-Chef Stilke: "Wir werden weitere Apps bereitstellen"
Marc Stilke wechselte Ende 2009 vom Online-Vermarkter Adlink auf den Chefsessel von Immobilienscout24. Im W&V-Interview spricht er über Vermarktung und die Bedeutung von Apps.
W&V: Herr Stilke, haben Sie sich in Berlin nach Ihrem Arbeitgeberwechsel schon eingerichtet?
Stilke: Eigentlich nicht, denn wir wollen uns ja verändern. ImmobilenScout24 soll sich von einer Immobilensuchmaschine zum Immobilienberater entwickeln. Um unser Kernprodukt entwerfen wir laufend neue Services, wie etwa eine Ausschreibungsplattform für Baufinanzierungen oder eine Online-Immobilienbewertung. In Zukunft wollen wir unsere Nutzer im gesamten Prozess begleiten, also vor, während und nach der Immobiliensuche.
Dadurch erschließen Sie neue Ertragssäulen.
Exakt. Zudem werden auch unsere Geschäftsbereiche Gewerbeimmobilien und Neubau weit mehr zu den Erlösen beitragen. Schon heute steuert der Bereich Gewerbeimmobilien, in dem wir bereits Markführer sind, rund 15 Prozent zum Umsatz bei, das Segment Neubau zehn Prozent. In fünf Jahren soll sich der absolute Umsatz der beiden Segmente verdoppeln. Abhängig vom Wachstum der Wohnimmobiliensuche steigt auch der Anteil am Gesamtumsatz.
Und das Wohnimmobiliengeschäft?
Wir sind hier zwar schon absoluter Marktführer. Neue Services, besonders im mobilen Bereich, bringen uns weiteres Wachstum. Wir haben mehrere Apps für das iPhone und auch für Android-Geräte entwickelt. Nach sechs Monaten kommen bereits vier Prozent des Traffics über die mobilen Anwendungen. Mittelfristig werden die Zahlen zweistellig sein. Das hat selbst mich überrascht, denn wir haben laut Nielsen monatlich knapp fünf Millionen Besucher.
Dann ist Mobile der größte Wachstumsbringer?
Im Moment sprechen die Zahlen dafür. Wir werden weitere Apps für andere Geräteplattformen bereitstellen. Das Interessante: Unsere Services sind so attraktiv, dass uns einzelne App-Shops-Betreiber anbieten, uns die Entwicklung zu bezahlen. Dadurch wollen sie ihre App-Stores attraktiver machen.
Steigern die Apps nur den Traffic?
Nein, wir generieren damit auch Umsatz, beispielsweise mit unserer neuen App „Mein Umzug“. Hier haben wir ein Location-based-Couponing integriert. Dabei bekommt der Nutzer via GPS thematisch passende Gutscheine von Partnern - etwa von Europcar oder KüchenQuelle - direkt auf sein Smartphone zugespielt. Wird der Coupon dann eingelöst, zahlen die Partner an uns eine Provision.
Das heißt, sie bieten neue Werbemöglichkeiten?
Und das nicht nur mobil: Ganz aktuell öffnen wir unsere Plattform stärker für Werbungtreibende. Neue Anzeigenformate und Targetingmöglichkeiten sollen unsere Werbeeinnahmen steigern. Ausschlaggebend war das Interesse der Werbungtreibenden an unserer Zielgruppe, die neben Immobilien auch neue Küchen, Möbel oder Stromanbieter brauchen. Während eines Umzugs investiert ein Haushalt im Schnitt zwei bis vier Nettogehälter. Und wir erreichen diese Menschen.
Sind Sie selbst Mieter oder Immobilienbesitzer?
Ich wohne zur Miete, vermiete aber auch. Als ich letztes Jahr nach Berlin gezogen bin, habe ich unsere Plattform intensiv getestet - mit Erfolg.
Städele Redakteur











