W&V: Also ist die Mitgliedschaft in Xing schon ein Muss?

Marmolejos: Bei uns in den USA gilt das natürlich eher im Pendant Linked In. Aber ja, in den gängigen Social-Media-Networks verknüpft zu sein, ist Pflicht. Die Vernetzung mit anderen Leuten der gleichen Profession oder Branche gehört zum Aufbau einer glaubhaften Personal Brand.

W&V: Genauso wie die Präsenz in Blogs oder Twitter?

Marmolejos: Nicht nur in der Kommunikationsbranche, sondern auch in fachlich orientierten Berufen ist es schon hilfreich, ein paar Follower in Twitter zu haben.

W&V: Ist das Gezwitschere nicht oft peinlich?

Marmolejos: Keineswegs. Eine Community kennzeichnet auch der Mut zum offenen Austausch. Gerade junge Leute sollten aber öfter bedenken, dass es im Netz keine Privatsphäre gibt. Das peinliche Partyfoto auf Facebook sollte man vermeiden. Personaler sind sensibel. Denn neue Mitarbeiter stehen nicht nur für ihren Ruf, sondern automatisch auch für den ihres Arbeitgebers ein. Sie engagieren außer der einzelnen Person immer auch gleich eine Society.

W&V: Formen Social Networks, Blogging und Twitter wirklich Persönlichkeiten?

Marmolejos: Das soziale Engagement, Hobbys, und die eigene Meinung geben schon viel Einblick in die Persönlichkeit. Und diese Kriterien sind einstellungsrelevant. War es früher wichtig, Privat- und Berufsleben strikt voneinander zu trennen, so verschwimmen jetzt die Grenzen zu einer authentischen Persönlichkeit.

Mehr zum Thema Online-Reputation lesen Sie in der W&V-Serie "Spuren im Netz" (Start Ausgabe 43/2009). Und in unserem Online-Special. Dort gibt es auch eine Checkliste mit vielen Tipps zum Download.


Judith Stephan
Autor: Judith Stephan

Sie arbeitet seit über zwanzig Jahren im Redaktionsmanagement der W&V. In ihrer Funktion als Chef vom Dienst ist sie vor allem für die Bereiche Termin-, Budget- und Personalplanung sowie für Autoren und Fortbildung zuständig.