Online-Mediaplanung
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W&V Infocenter
Online-Reputation: Interview mit Zukunftsforscher Marmolejos
Nichts ist wichtiger, als die eigene Online-Reputation zu pflegen, davon ist Ramon Marmolejos, Consultant des FutureWork Institute in New York, überzeugt. Er erklärt im W&V-Interview, wie wichtig das Thema für Bewerber und Personaler ist.
W&V: Herr Marmolejos, bei jeder Gelegenheit betonen Sie die Bedeutung der Online-Reputation. Wie wichtig ist sie wirklich für den Arbeitsmarkt?
Marmolejos: Schlicht und einfach elementar. Die Präsenz im Netz, ob von Unternehmen, Organisationen oder jedem Einzelnen ist die Basis für die Chance, den passenden Arbeitgeber oder Arbeitnehmer lokal, überregional oder gar weltweit zu finden. Und dabei sind Ruf und Image – negativ oder positiv – die Faktoren, die den Eindruck auf beiden Seiten prägen.
W&V: Personaler nutzen Karriere-Sites, Social-Media-Netzwerke und Twitter, um mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu kommen. Sind die dort vorhandenen Informationen wirklich entscheidend für die Besetzungspolitik?
Marmolejos: Globalisierung und demografische Entwicklung machen Recruiting immer teurer. Genügend qualifizierte Kandidaten in einer insgesamt schrumpfenden Menge zu identifizieren, sie zu kontaktieren oder gar zu engagieren, ist aufwendig und kostspielig. Und da leider an den Human-Resources-Etats in schwierigen Zeiten oft zuerst gespart wird, nimmt die virtuelle Kandidatensuche zwangsläufig zu.
W&V: Also ist die Mitgliedschaft in Xing schon ein Muss?
Marmolejos: Bei uns in den USA gilt das natürlich eher im Pendant Linked In. Aber ja, in den gängigen Social-Media-Networks verknüpft zu sein, ist Pflicht. Die Vernetzung mit anderen Leuten der gleichen Profession oder Branche gehört zum Aufbau einer glaubhaften Personal Brand.
W&V: Genauso wie die Präsenz in Blogs oder Twitter?
Marmolejos: Nicht nur in der Kommunikationsbranche, sondern auch in fachlich orientierten Berufen ist es schon hilfreich, ein paar Follower in Twitter zu haben.
W&V: Ist das Gezwitschere nicht oft peinlich?
Marmolejos: Keineswegs. Eine Community kennzeichnet auch der Mut zum offenen Austausch. Gerade junge Leute sollten aber öfter bedenken, dass es im Netz keine Privatsphäre gibt. Das peinliche Partyfoto auf Facebook sollte man vermeiden. Personaler sind sensibel. Denn neue Mitarbeiter stehen nicht nur für ihren Ruf, sondern automatisch auch für den ihres Arbeitgebers ein. Sie engagieren außer der einzelnen Person immer auch gleich eine Society.
W&V: Formen Social Networks, Blogging und Twitter wirklich Persönlichkeiten?
Marmolejos: Das soziale Engagement, Hobbys, und die eigene Meinung geben schon viel Einblick in die Persönlichkeit. Und diese Kriterien sind einstellungsrelevant. War es früher wichtig, Privat- und Berufsleben strikt voneinander zu trennen, so verschwimmen jetzt die Grenzen zu einer authentischen Persönlichkeit.
Mehr zum Thema Online-Reputation lesen Sie in der W&V-Serie "Spuren im Netz" (Start Ausgabe 43/2009). Und in unserem Online-Special. Dort gibt es auch eine Checkliste mit vielen Tipps zum Download.
Stephan Redakteur




