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Goldmedia: News-Provider werden multimediale Full-Service-Berater
Die Nachrichtenagenturen werden sich vom klassischen Nachrichtenlieferanten zum Anbieter neuer digitaler Produkte und Full Service-Dienstleister wandeln. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Goldmedia.
Zunehmender Wettbewerb auf Anbieterseite und steigende Kostensensibilität bei den Kunden würden die Nachrichtenagenturen unter Druck setzen, so die Analysten. Kein anderer Nachrichtenagenturmarkt in Europa sei dabei momentan härter umkämpft als der deutsche: Während in Europa in der Regel nur ein oder zwei Agenturen pro Land konkurrieren, wetteifern im deutschen Markt mindestens sieben Anbieter. Neben den zwei deutschen Vollagenturen (dpa, dapd) offerieren auch die deutschen Dienste von internationalen Agenturen (wie Thomson Reuters oder AFP) ihre Nachrichten. Ergänzt wird das Angebotsspektrum durch Spezialagenturen, zum Beispiel für Sport oder Religion (SID, epd oder KNA). Zugleich erweitern die Agenturen ihr Angebot zum Beispiel um Video-Dienste und News-Apps.
„Moderne Nachrichtenagenturen agieren als Beratungshäuser für die technische und crossmediale Integration von Nachrichten“, heißt es bei Goldmedia, „längst ist aus der alten ‚Sender-Empfänger-Beziehung’ ein Dialogverhältnis mit den Medienkunden entstanden.“ So bilden die Agenturen etwa über moderne Newsrooms mit multimedialen Inhalten und Web 2.0-basierten Features mit den Kunden immer stärker „virtuelle Redaktionsgemeinschaften“. „Die aktuellen Entwicklungen in Deutschland zeigen, dass den Agenturen intelligente und kundenorientierte Informationslösungen wichtiger denn je sind“, so Goldmedia.
Goldmedia beschreibt, wie sich die Anforderungen an die Nachrichtenagenturen verändert haben und beruft sich dabei auf die 2010er Zahlen der Unternehmen: „Waren es gestern noch Podcasts, sind es heute auch Online-Videos, welche die Agenturen zusätzlich offerieren sollen. So stellen die beiden Vollagenturen dpa und dapd ihren Kunden bereits zahlreiche Videos zur Verfügung, bei der dpa sind es rund 80 pro Monat, bei der dapd ca. 500 – Tendenz steigend. Hinzu kommt umfangreiches Fotomaterial: Die dpa bietet ihren Kunden nach eigenen Angaben täglich zwischen 600 und 800 Fotos an, bei der dapd sind es mit ca. 2.300 Fotos drei Mal so viele. Der Textnachrichten-Feed, der Basisdienst, bleibt dennoch das Fundament: Rund 600 aktuelle Nachrichten im Basisdienst produziert die dpa pro Tag, bei der dapd sind es rund 550 täglich. Hinzu kommen die Nachrichten der Landesdienste aus den einzelnen Bundesländern.“
Als Fazit betont Klaus Goldhammer, Geschäftsführer von Goldmedia: „Die Agenturen müssen heute immer stärker auf die journalistische Qualität und auf attraktive Nachrichtenpakete setzen. Aber nicht jeder Kunde kann und will sich das heute mehr leisten. Zwar brauchen die Medienhäuser weiterhin Nachrichtenagenturen, aber der verstärkte Wettbewerb zahlt sich für die Kunden aus. Die Ware Nachricht, sie wird billiger – der Kontext aber, die Technik, wird immer komplexer und bietet den Agenturen letztlich wieder neue Erlöspotentiale.“
Allgayer Redakteur













