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Auch Politiker haben ihren Wert - oder auch nicht. Das Markenranking von Mafo.de zeigt, wer im Kabinett ein Top-Produkt und wer ein Ladenhüter ist.
Auch Politiker haben ihren Wert - oder auch nicht. Das Markenranking von Mafo.de zeigt, wer im Kabinett ein Top-Produkt und wer ein Ladenhüter ist.

Mafo-Markenranking: Würden Sie sich einen Politiker kaufen?

veröffentlicht am 26.08.2011 um 09:12 Uhr · Media & Marktforschung · Artikel

Was ist los mit unseren Politikern? Der Showdown des smarten Theodor zu Guttenberg hat gezeigt, dass sich auch Politiker nicht nur über ihr Äußeres, sondern mitunter in Glaubwürdigkeit und Sympathie beweisen müssen. Ja, auch Politiker haben einen Markenwert und sollten ihn pflegen.

Exklusiv für W&V Online hat das Hamburger Marktforschungsinstitut Mafo.de jetzt sämtliche 16 Kabinettsmitglieder überprüft, den Bundespräsidenten inklusive.Was sind sie wirklich wert? Würde man sich einen Politiker kaufen, wer ist ein Top-Produkt, wer Ramschware? Dabei hat es insbesondere Guido Westerwelle böse erwischt. Doch der Reihe nach.

Im Mafo-Markenranking hat sich Deutschlands Nummer eins, Mr. President, gleichfalls als Nummer eins hervor getan: Christian Wulff ist der Sieger im Mafo-Markenranking. Er profitierte dabei wohl von seinem nicht durch aufreibende Tagespolitik geprägten repräsentativen Amt. Als erstes Kabinettsmitglied positionierte sich Arbeitsministerin Ursula von der Leyen auf Platz zwei, gefolgt von Kanzlerin Angela Merkel und Polit-Urgestein Wolfgang Schäuble, die sich Rang drei teilen. Auf dem letzten Platz landete Dirk Niebel, dazwischen lieferten sich die übrigen Kabinettsmitglieder ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Insbesondere Guido Westerwelle auf Platz 13 kriegt es hier richtig ab.

Und das ist die Detail-Auswertung des Markenrankings von Mafo.de. Sie zeigt, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Politiker haben, wenn es um ihren Markenwert und die Akzeptanz geht.

Platz 1 / Christian Wulff: Der Bundespräsident wird in hohem Maße als kompetenter und sympathischer Politiker mit viel Erfahrung wahrgenommen. Seine hervorstechendsten Eigenschaften sind zuvorderst Sachlichkeit, Bildung und – Langeweile. Aber: „Wulff hat eine sehr gut aussehende Frau und selbst ein sehr elegantes Auftreten.“ Diese Einschätzung eines Befragten ist wiederum charakteristisch für Wulffs weit überdurchschnittliches Image, das ihn trotz steigerbaren Bekanntheitsgrades zum Sieg im Mafo-Markenranking führt.

Platz 2 / Ursula von der Leyen: Die ehemalige Familienministerin wird von einigen als „Supermutter“ mit „unzähligen Kindern“ perzipiert und entsprechend nachhaltig mit ihrem ehemaligen Amit als Familienministerin in Verbindung gebracht. Von der Leyen ist bekannter als der Bundespräsident und hat ein hoch eingeschätztes Image, wobei der sichere Auftritt ihr zuweilen zum Nachteil gereicht. Neben einem ausgeprägten Selbstbewusstsein attestieren die Befragten der promovieren Ärztin auch Nervigkeit und Selbstverliebtheit.

Platz 3 /Angela Merkel + Wolfgang Schäuble: Die Kanzlerin kennt nahezu jeder und sie wird in hohem Maße als erfahrene Führungspersönlichkeit gesehen, die zwar Natürlichkeit, aber keine Modernität ausstrahlt. Dazu passt, dass die meisten die Kanzlerin zwar als gebildet, aber eben auch als wenig schlagfertig einstufen oder ihr sogar Unfähigkeit attestieren. Zudem findet kaum einer, dass sie „genau die richtige Politik für mich macht“. Bundesfinanzminister Schäuble wird als kompetent und äußerst erfahren eingestuft. Allerdings sorgen magere Noten bei Unkompliziertheit und Sympathie für ein insgesamt unterdurchschnittliches Image. Schäuble wird zwar als sachlich und gebildet, jedoch auch als arroganter und „verbissener Hardliner“ warhgenommen. Somit ist die gute Platzierung zu einem Gutteil der hohen – wenngleich negativ konnotierten – Differenzierungsstärke und dem hohen Bekanntheitsgrad zu verdanken.

Platz 5 / Kristina Schröder + Thomas de Maizière: Wäre Familienministerin Schröder nicht so unbekannt, hätte sie noch besser abgeschnitten – sie verfügt über das am besten bewertete Image aller Kabinettsmitglieder und wirkt insbesondere attraktiv, natürlich, modern und glaubwürdig. De Maizière als Nachfolger von Theodor zu Guttenberg schlägt sich beachtlich im Mafo-Markenranking und gibt sich in punkto Image keine Blöße. Mehr als bei allen anderen Kabinettsmitgliedern sind die Befragten der Ansicht, dass der Verteidigungsminister „genau die richtige Politik für mich macht“. Wahrgenommen wird er als kompetenter und erfahrener Politiker, der Professionalität ausstrahlt. Da er noch nicht lange im Amt ist, hapert es aber am Bekanntheitsgrad.

Platz 7 / Norbert Röttgen + Philip Rösler: Umweltminister Röttgen punktet in den Kategorien Kompetenz, Modernität und Unkompliziertheit, ist aber nur mäßig bekannt und kann sich auch nicht stark von seinen Kabinettskollegen differenzieren. Ein echtes Profil ist bei ihm nicht zu erkennen. Philip Rösler ist nicht nur Wirtschaftsminister, sondern auch seit Mai Bundesvorsitzender der FDP und hat seine ordentliche Platzierung seinem schon recht hohen Bekanntheitsgrad und seiner ausgeprägten Differenzierungsstärke zu verdanken. Sein Image ist nämlich von eklatanten Schwächen in den Bereichen Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Kompetenz, Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit gekennzeichnet.

Platz 9 / Sabine Leutheusser-Schnarrenberger + Ilse Aigner: Die frühere und aktuelle Justizministerin mit dem langen Doppelnamen ist interessanterweise unbekannter als ihr junger Parteivorsitzender Rösler und punktet vor allem in den Kategorien Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Natürlichkeit, weniger jedoch bei Sympathie und persönlicher Relevanz. CSU-Politikerin Aigner hat ein nach Meinung der Befragten überdurchschnittliches Image mit Stärken bei Kompetenz, Natürlichkeit, Sympathie und Unkompliziertheit, ist aber reichlich unbekannt. Ihre Schwächen werden auch in der Glaubwürdigkeit und der Führungsstärke recht deutlich.

Platz 11 / Annette Schavan: Als „unscheinbare Person, die kaum in s Rampenlicht tritt“ wird die Bildungsministerin zuweilen beschrieben und entsprechend unterdurchschnittlich bewertet. Annette Schavan wirkt zwar noch hinreichend kompetent und natürlich, aber kaum dynamisch oder modern. Zudem wird sie nicht asl besonders oder besser als andere Politiker gesehen.

Platz 12 / Peter Ramsauer: Den Verkehrsminister aus Oberbayern kennen zwar einige , allerdings wird dem CSU-Politiker bis auf Erfahrung sonst nicht viel Positives bescheinigt.

Platz 13 / Guido Westerwelle + Daniel Bahr: Kein Politiker im Ranking wird mit so viel despektierlichen Äußerungen bedacht wie der Außenminister. Aus Sicht der Befragten ist Westerwelle in erster Linie arrogant, unglaubwürdig, selbstverliebt und unfähig. Bestenfalls wird ihm noch Erfahrung zugeschrieben. Dies findet dann auch im schlechtesten Image aller Ranking-Aspiranten seinen Niederschlag. Dass Guido Westerwelle etwa „genau die richtige Politik für mich macht“ oder besser als andere Politiker ist, finden die Allerwenigsten. Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Parteivorsitzenden Westerwelle kennen nur zirka ein Drittel der Befragten den neuen Gesundheitsminister Daniel Bahr, der aber über ein deutlich respektableres Image verfügt und insbesondere als attraktiv, selbstbewusst und modern eingeschätzt wird.

Platz 15 / Hans-Peter Friedrich: Obschon der Innenminister etwas bessere Image-Werte als sein Parteikollege Peter Ramsauer erzielt, fällt er aufgrund sehr geringen Bekanntheitsgrades und dürftiger Differenzierungsstärke im Mafo-Markenranking noch weiter ab.

Platz 16 / Ronald Pofalla: Manch einer ist der Ansicht, dass der Kanzleramtsminister „eine unangenehme, nasale Stimme hat“, und die Mehrheit ist der Meinung, dass er ein Langweiler sei. Da auch die Noten in sämtlichen Image-Kategorien sehr zu wünschen übrig lassen, reicht es nur zum vorletzten Platz im Mafo-Markenranking.

Platz 17 / Dirk Niebel: Letzter im Ranking ist der in allen Image-Belangen unterdurchschnittlich bewertete und weitgehend unbekannte Entwicklungsminister, dessen Erfahrung und Natürlichkeit noch am wenigsten schlecht bewertet wird.

Hintergrund: In Kooperation mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Mafo.de stellt W&V Online wöchentlich ein Ranking zu ausgewählten Marken diverser Marktsegmente vor. Mit dem von Mafo.de entwickelten Tool Brand Feel lassen sich unterschiedliche Branchen und Märkte beleuchten. Dabei werden mehrere Marken eines Segments auf ihre Stärke und Positionierung getestet. In das Brand Feel-Tool fließen sowohl klassische Leistungsmerkmale ein wie Image, Bekanntheit oder Claimstärke, aber vor allem die nicht-rationalen Indikatoren, die „inneren Bilder“, die eine Marke - in dem Fall die Städte - beim Konsumenten hinterlässt.

Interesse an weiteren aktuellen Markenrankings? Hier finden Sie bei W&V Online die Mafo.de-Markenrankings zu Bundesliga-Vereinen, Großstädten, Discountern, Schokolade, Senf, Reiseveranstaltern, Waschmitteln, Auto, Baumärkten, Handyherstellern und Eiscreme.

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