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Neuer Trend in Moskau: Werbung, gesprüht auf Bürgersteige
Der Fußweg vor der Moskauer Metrostation Proletarskaja ist mit Werbung übersät. Darauf finden sich Anzeigen für einen Friseur, Pfeile für ein Restaurant und viele bunte Graffiti mehr. Da Werbung in der russischen Hauptstadt kaum mehr zu bezahlen ist, breitet sich aufgesprühte Werbung in der Metropole "wie ein Flächenbrand", so das Boulevardblatt "Moskowski Komsomolez". Auf den berühmten Roten Platz haben sich die Sprayer zwar noch nicht gewagt - ansonsten ist die Stadt aber voll davon.
"Unser erster Auftrag waren gelbe Fußabdrücke, die wir von einem Metro-Ausgang zu einem nahen Restaurant aufs Pflaster malten", sagte Dmitri Masnew der Nachrichtenagentur dpa. Der 24-Jährige leitet ein Büro für Asphaltwerbung. Auf den Tischen der Firma stapeln sich Schablonen und Entwürfe. "Später kamen ein Tennisverein und ein Waschsalon hinzu, heute arbeiten wir auch für die Partei Gerechtes Russland oder den Gazprom-Konzern." 100 Graffiti kosten umgerechnet rund 3500 Euro, die Werbeflächen auf Moskaus Bürgersteigen sind gratis. Sechs Agenturen bieten die ungewöhnliche Werbeform derzeit an.
Ob Nachtclubs, Autohändler oder Zahnärzte: Auf ungezählten Bürgersteigen und Plätzen der Hauptstadt buhlen Unternehmen mit den kommerziellen Farbklecksen um Kunden. Manchmal verrenken sich Passanten komisch beim Versuch, die Werbung zu lesen. Anderenorts sind die Reklamepunkte mittlerweile ineinander gesprüht und kaum mehr zu entziffern.
Rechtlich würden die Unternehmen in einer Grauzone agieren, meint die Juristin Xenia Rilzewa. "Ob ein Kind etwas mit Kreide auf die Straße malt oder jemand etwas aufs Pflaster sprayt - russische Gesetze regeln das nicht eindeutig." (dpa)
Gundelach Redakteur














