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In der Deutschland-Zentrale von Unilever buhlen die Verlage um den Millionenetat für Printwerbung.
In der Deutschland-Zentrale von Unilever buhlen die Verlage um den Millionenetat für Printwerbung.

Unilever wirbt exklusiv in drei Printverlagen

veröffentlicht am 25.03.2010 um 10:58 Uhr · Media & Marktforschung · Artikel

Die Bündelung der Etats für Printwerbung wird zunehmend zur Praxis. Der niederländisch-britische Konsumgüterkonzern Unilever wird seinen Printetat für 2010 in Deutschland nach W&V-Informationen auf drei Verlage konzentrieren.

Der Fall erinnert an den jüngst bekannt gewordenen Media-Pitch des Autoherstellers Toyota (W&V 11/10). Das Unternehmen hatte seinen Printetat exklusiv an Gruner + Jahr vergeben. Auch Unilever besteht dem Vernehmen nach auf weitgehende Rabatte. Im Gegenzug würden die Printpartner von der Konzentration der Media-Millionen profitieren.

Der Konzern will nach W&V-Informationen seinen Etat auf drei Zeitschriftensegmente verteilen und dann an jeweils einen Verlag vergeben. In der Kategorie der reichweitenstarken Massentitel ist die Entscheidung wohl bereits gefallen. Hier soll Axel Springer den Konkurrenten Bauer ausgestochen haben. Im Rennen um das Budget im Bereich der Luxuszeitschriften sind die Verlage Condé Nast, MVG und der Jahreszeiten-Verlag. Im dritten Segment treten Burda und Gruner + Jahr gegeneinander an, heißt es.

Im vergangenen Jahr hatte Unilever demnach seinen Etat noch an sieben Verlagshäuser vergeben. Zwar konnte der weltweit drittgrößte Lebensmittelkonzern im Krisenjahr 2009 eine Umsatzsteigerung verbuchen. In Westeuropa sanken die Erlöse jedoch um zwei Prozent. Zudem hatte CEO Paul Polman sich für 2010 skeptisch geäußert. Er rechne mit anhaltender Konsumzurückhaltung und verstärktem Wettbewerb. Unilever produziert Lebens-, Waschmittel und Kosmetika. Zu den über 20 Marken des Unternehmens zählen Becel, Dove und Sunil. In Westeuropa, Skandinavien, den USA und Kanada verwaltet die Media-Agentur Mindshare Unilevers Werbebudget, das sich 2009 allein in Deutschland auf rund 240 Millionen Euro belief.

Weder Unilever noch Mindshare wollten sich zum Thema äußern. Auch die beteiligten Verlage verzichteten auf einen Kommentar.

jmk/tn/lhe

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