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Verbraucher-Vertrauen leidet unter Euro-Krise

Verbraucher-Vertrauen leidet unter Euro-Krise

veröffentlicht am 09.02.2012 um 10:42 Uhr · Media & Marktforschung · Artikel

Weltweit steigt das Verbraucher-Vertrauen allmählich wieder an – nur in Europa sind die Konsumenten aufgrund der anhaltenden Euro-Krise nach wie vor misstrauisch, so die aktuelle Nielsen Global Survey: Während der Index für das Verbrauchervertrauen weltweit getrieben von Ländern wie USA und China im vierten Quartal 2011 um einen Punkt zulegte (89), zeigt sich in Europa Ernüchterung. Hier sank der Index im Vergleich zum Vorquartal um drei Punkte auf 71.

Obwohl in nur zwölf der teilnehmenden Länder das Vertrauen in die Wirtschaft gestiegen ist, während es in 35 Ländern sank und in neun Ländern gleich blieb, konnte der Index weltweit im Schnitt um einen Punkt zulegen. Maßgeblich sind hier vor allem die Länder mit einem großen Vertrauenszuwachs, wie Rumänien (+10 Punkte), USA (+6) sowie Kolumbien, Venezuela und die Philippinen (jeweils +5).

Die wirtschaftlichen Herausforderungen in Europa führen zu einer deutlichen Verunsicherung der Konsumenten, hingegen kommen „sehr positive Nachrichten“ aus den zwei größten Volkswirtschaften, erklärt Petra Kacnik, Director Consumer Research DACH bei Nielsen: In den USA und in China sei das Vertrauen nun wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2011, so die Forscherin. In den USA stieg das Vertrauen der Konsumenten um sechs Punkte auf 83, in China um vier Punkte auf 108. In Deutschland blieb das Verbrauchervertrauen stabil (87) und konnte im Jahresvergleich um vier Punkte zulegen. In der Schweiz (–7 auf 92 Punkte) und in Österreich (–6 auf 90) sank der Index deutlich.

In 24 von 27 Ländern Europas, die Nielsen im Rahmen der Global Survey beobachtet, sank das Vertrauen innerhalb des letzten Quartals. „Die Angst vor einer Rezession und den geplanten Sparmaßnahmen in vielen Ländern der Euro-Zone sorgten dafür, dass die Konsumenten ihre Job-Aussichten und auch die persönliche finanzielle Lage deutlich skeptischer einschätzten“, kommentiert Kacnik.

Stabil ist die Lage allerdings in Deutschland: Mit 87 Punkten bleibt das Vertrauen in Deutschland auf dem Niveau des Vorquartals und damit deutlich über dem europäischen Schnitt. Die Konsumenten in Deutschland fühlten sich zwar durchaus von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Bezug auf die Euro-Krise betroffen, erwarteten aber derzeit keine direkten Auswirkungen auf ihre persönliche Situation, so Kacnik. So blickten sie in Bezug auf ihre Job-Aussichten, ihre persönlichen Finanzen und die Bereitschaft für Ausgaben mit relativ hohem Vertrauen in ihre persönliche Zukunft.

Die meisten Sorgen machen sich Konsumenten in Deutschland um steigende Wohnnebenkosten und die wirtschaftliche Lage. Mit etwas Abstand folgen an dritter Stelle steigende Spritpreise und Lebensmittelkosten. Im Vergleich zum Vorquartal geben wieder mehr Befragte an, dass sie ihre Ausgaben gegenüber dem Vorjahr gesenkt haben, im Jahresvergleich waren es aber schon mehr.

An der aktuellen Nielsen Global Survey haben im November und Dezember vergangenen Jahres mehr als 28.000 regelmäßige Internetnutzer aus mehr als 50 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika teilgenommen.

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