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Die Hefte werden dünner.
Die Hefte werden dünner.

Anzeigenumsatz der Fachpresse schrumpfte 2009 um fast ein Viertel

veröffentlicht am 20.01.2010 um 11:49 Uhr · Medien · Artikel

Das Anzeigengeschäft der deutschen Fachzeitschriften verzeichnete im vergangenen Jahr einen drastischen Einbruch: Die Zahl der Anzeigenseiten schrumpfte 2009 um 22 Prozent, der Umsatz ging sogar um 24 Prozent zurück. Das geht aus der aktuellen Werbeträgerstatistik der Vertriebsunion Meynen hervor. Der Verlagsdienstleister aus Eltville wertet das Inserateaufkommen in 430 Fachzeitschriften aus, berücksichtigt werden 54 Branchen. Anders als etwa bei Nielsen Media Research wird dabei auch Rubrikenwerbung mit einbezogen. Nielsen hatte der Fachpresse auf Basis von rund 150 ausgewerteten Objekten kürzlich einen Rückgang des Bruttoanzeigenumsatzes um sieben Prozent bescheinigt.

Der Forschungsexperte bei Meynen, Michael Rebelein, findet in der Entwicklung auch einen positiven Aspekt: Der Rückgang fiele gegenüber den Zahlen aus dem Oktober, damals für das dritte Quartal 2009, moderater aus als erwartet. Absolut fehlen 2009 jedoch insgesamt fast 186 Millionen Euro in den Kassen der Fachverlage. Dabei wurden fast 25.000 Seiten weniger verkauft. Auswirkungen waren daher bei vielen Titeln unter anderem Doppelnummern für einen längeren Zeitraum oder ein allgemeines Reduzieren der Erscheinungshäufigkeit. Zu beobachten sind zudem Kompletteinstellungen wie etwa bei der "Computerwoche“ oder Zusammenlegungen von Magazinen. So hat beispielsweise auch die Mediengruppe Haufe soeben auch die Fachzeitschrift "Direkt Marketing“ übernommen und integriert sie in ihr Magazin "Acquisa“.

Die höchsten Brutto-Umsatzverluste, jeweils über 35 Prozent, weisen die Segmente Automobiltechnik (–45, Prozent, 12 erfasste Hefte), Industrie allgemein (–41 Prozent, 19 erfasste Hefte), Metallbearbeitung (–40 Prozent, 14 erfasste Hefte) und Blechverarbeitung (–38 Prozent, fünf Titel) aus. Zulegen konnten nur sechs der 54 Fachpressekategorien: Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (sechs Titel, +12 Prozent), Energieversorgung (18 Titel, +4 Prozent), Floristik (drei Titel, +1 Prozent), Malerhandwerk (drei Titel, +3 Prozent), Medizintechnik (fünf Titel, +11 Prozent) und Uhren Schmuck (vier Titel, +4 Prozent).

Prognosen für 2010 fallen den Meynen-Experten schwer. "Schenkt man den ersten, zaghaften Meldungen der Medien im neuen Jahr Gehör, wird 2010 ein harter Brocken“, so Michael Rebelein. Dennoch sei Hoffnung und Zuversicht auszumachen. Einen ersten Trend könnte die Hannover-Messe für die Industrie setzen. Die alle drei Jahre stattfindende Bauma in München, die fast zeitgleich im April veranstaltet wird, kann als weiterer Indikator für die Entwicklung gelten. Der Trend der Verlage, neue Titel in Nischenthemen zu etablieren, werde sich aber weiter fortsetzen.

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