Das Thema Pressefusion beschäftigt Verlage und Politik bereits seit Jahren. Der BDZV fordert eine Erhöhung der sogenannten Aufgreifschwelle. Nach derzeitigem Recht prüft das Kartellamt bereits Fusionen, wenn der Umsatz der Verlage bei 25 Millionen Euro liegt. Außerdem wünschen sich die Verleger Lockerungen bei Zusammenschlüssen von benachbarten Zeitungshäusern. Zuletzt verhinderte die Kartellbehörde auf der jetzigen Rechtsbasis Übernahmen des Zeitungsverlags Aachen und des Haller Tagblatts.

Allerdings gibt es auch unter den Verlagen Meinungsverschiedenheiten. Der Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL) spricht sich etwa für eine höhere Aufgreifschwelle von 50 Millionen Euro Umsatz aus. Laut Wolff ist der VDL über den BDZV-Vorstoß informiert. "Das jetzige Pressefusionsrecht muss an die Gegebenheiten einer gewandelten Medienlandschaft angepasst werden", bekräftig Wolff. "Es stammt noch aus einer Zeit, in der es weder Internet noch Privatfernsehen gab. Fusionen und Kooperationen sollten erleichtert werden. Das derzeitige Gesetz engt Verlage in einem zu engen Korsett ein." gl/tn


Autor: Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.