Deutscher Radiopreis steigt am 17. September
Geheimnis gelüftet: Die Bewerbung um Preise in elf Kategorien startet im Mai. Im September verleihen ARD, Radiozentrale, Hamburg sowie Grimme zum ersten Mal in Hamburg den Deutschen Radiopreis.
Der Deutsche Radiopreis, der erstmals am 17. September in Hamburg stattfindet, wird voraussichtlich rund 500.000 Euro kosten. Dies erfuhr Werben & Verkaufen aus dem Branchenumfeld. Zur Höhe der Kosten wurden aber auf einer Pressekonferenz keine Angaben gemacht. An ihr nahmen unter anderem der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust sowie Lutz Kuckuck teil, Geschäftsführer der Radiozentrale. Es würde hierzu derzeit eine Grobplanung entwickelt. Zahlen über die Höhe der Kosten wurden daher nicht genannt.
Finanziert werden soll die Veranstaltung über Investoren sowie Sponsoren. Zu den Investoren gehören die ARD, die Radiozentrale, gemeinsame Marketing-Initiative von privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunksendern, sowie die Stadt Hamburg. Mit an Bord ist auch der ARD-Vermarkter AS&S sowie möglicherweise der Radio-Vermarkter RMS. Ob die RMS am Ende mit dabei ist, ist aber noch nicht ganz klar. Offenbar müssen die Gremien der RMS noch zustimmen, erklären mehrere mit der Situation vertraute Personen. Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale, will sich hierzu nicht äußern.
Geplant ist, dass das Großereignis am 17. September im Hamburger Hafen im "Schuppen 52" stattfindet. In einigen Jahren sei denkbar, dass der Preis in der dann fertig gestellten Elbphilharmonie stattfindet. Zu den Kooperationspartnern des Preises zählt auch das Grimme Institut in Marl. Letzteres wird – wie beim Deutschen Fernsehpreis – die Jury stellen und damit auch über die Preisträger entscheiden. Die Initiatoren versprechen für die Gala "prominente Gäste, musikalische Top-Künstler und bekannte Laudatoren".
Geplant sind Preise für herausragende Leistungen im Radio in elf Kategorien. Ausgezeichnet werden: "Die beste Morgenshow", "Die beste Reportage", "Die beste Recherche", "Die beste Moderation", "Das beste Interview", "Die beste Comedy" sowie "Die beste Musiksendung/Sendung". Hinzu kommen Preise für "herausragende Leistungen" beim "Sounddesign", bei "Höreraktionen", im Bereich "Sportformat" sowie bei "Innovationen". Ausgeschrieben wird der Wettbewerb um den Radiopreis im Mai. Bewerben können sich alle deutschen Radiostationen mit maximal drei Produktionen aus selbst gewählten Kategorien. Die Stücke müssen aus dem Zeitraum Juni 2009 bis Mai 2010 stammen. Die Federführung für die Organisation hat der NDR.
Das Projekt ist am Donnerstag beim NDR in Hamburg präsentiert worden. Mit dabei: der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust, NDR-Intendant Lutz Marmor, Hamburgs Senatorin der Behörde für Kultur, Sport und Medien, Karin von Welck, der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, sowie Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale.
Einen ersten Anlauf zum Radiopreis hat es im Jahr 2005 gegeben. Die German Radio Awards wurden damals im Umfeld der IFA unter Federführung des kommerziellen Radio Hamburg und auch nur für die Pirvatfunkbranche verliehen. Eine Wiederholung des Events gab es nicht. Die Finanzierung war dabei ein Knackpunkt. Auf die Fehlstarts spielt RPR1- und BigFM Geschäftsführer Kristian Kropp an und meint: "Nach vielen gescheiterten Anläufen für die Ausrichtung einer nationalen Auszeichnung, welche sowohl von privaten als auch öffentlich-rechtlichen Sendern getragen wird, bin ich mir sicher, dass der neue Preis zu einem großen Erfolg für die Gattung werden wird.Es sei sehr wichtig, "dass sich die Radiobranche, analog anderer Industrien, bei gemeinsamen Interessen einig sein muss".
gl/ps