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Ex-"Stern"-Chefredakteur Jürgs soll für den "Spiegel" neue Produkte entwickeln
Paukenschlag bei der Spiegel-Gruppe: Geschäftsführer Ove Saffe holt den ehemaligen "Stern"-Chefredakteur und Bestsellerautor Michael Jürgs an Bord. Er soll neue Print- und Online-Formate für das Verlagshaus entwickeln. "Ich wurde von Ove Saffe angesprochen, ob ich für die Spiegel-Gruppe tätig werden will", erklärt Jürgs gegenüber Werben & Verkaufen. Einzelheiten zu seiner Entwicklungstätigkeit nannte er nicht.
Mit Jürgs gewinnt der Spiegel-Verlag eine Koryphäe im Mediengeschäft. Jürgs wurde 1986 Chefredakteur des Stern, bis ihn 1990 der ehemalige Gruner + Jahr-Vorstandschef Gerd Schulte-Hillen aus Verärgerung über die Schlagzeile "Sollen die Zonis bleiben, wo sie sind?" entließ. Wenig später leitete er den Life-Style-Titel "Tempo". Hier bleib er zwei Jahre. In Deutschland hat sich Jürgs mittlerweile als Schriftsteller einen Namen gemacht. So schrieb unter anderem Biographien über die Schauspielerin Romy Schneider, den Verleger Axel Springer und den Schriftsteller Günter Grass.
Hintergrund für den Saffe-Coup könnte sein, dass der Spiegel dringend nach neuen Erlösquellen sucht. Denn trotz hoher journalistischer Qualität der Printprodukte konnte sich der Verlag von der Anzeigenkrise nicht abkoppeln konnte. So sank im vergangenen Geschäftsjahr der Umsatz auf rund 300 Mill. Euro. 2008 lag er hingegen noch 335,2 Mill. Euro.
Möglicherweise treiben Saffe aber auch noch andere Beweggründe, um Jürgs mit neuen Entwicklungsprojekten zu beauftragen. Denn seit längerem entwickelt der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust für den Essener Zeitungskonzern WAZ ein hochwertiges Magazin, das noch in diesem Jahr den Weg an den Kiosk finden könnte. Es könnte dem "Spiegel" Paroli bieten. Denn das WAZ-Vorhaben dürfte größere Ausmaße annehmen und den deutschen Magazinmarkt bewegen. Derzeit suchen die Essener vor allem nach strategischen Partnern, um das Projekt anzuschieben.
Jürgs wird aber bei der Spiegel-Gruppe kein Angestellter. Er arbeitet weiterhin als freier Journalist, um für Tageszeitungen wie "Süddeutsche Zeitung" oder "Tagesspiegel" zu schreiben. Auch als Schriftsteller werde er weiter tätig bleiben.
Lipinski Redakteur











