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Bodo Hombach übt Selbstkritik: "Freundlicher vortragen".
Bodo Hombach übt Selbstkritik: "Freundlicher vortragen".

Gruner + Jahr und WAZ legen App-Streit bei

veröffentlicht am 24.02.2010 um 11:00 Uhr · Medien · Artikel

Die Verlagshäuser Gruner + Jahr und WAZ-Mediengruppe haben ihre Kontroverse um kostenlose iPhone-Apps beigelegt. Die Geschäftsführer beider Häuser, Bodo Hombach und Bernd Buchholz, gaben nach einem Telefonat eine gemeinsame Stellungnahme heraus, in der sie sich für einen "Schulterschluss der Verlage“ gegen den multimedialen Ausbau von Tagesschau.de aussprechen.

"In diesem Punkt sind sich die Verlage WAZ-Gruppe und G+J völlig einig“, heißt es dort. Der Online-Ableger der ARD-Nachrichtensendung samt App-Ausbau werde "über eine Zwangsabgabe finanziert“. Private Anbieter, "die den Marktgesetzen unterworfen sind“, sollten deshalb "unabhängig davon, für welches Business-Modell sie sich entscheiden, gegen gebührenfinanzierte Apps im Schulterschluss vorgehen“, so Hombach und Buchholz.

G+J-Chef Bernd Buchholz.

Einig seien sich beide Verlage auch in diesem Punkt: "Die Gratiskultur im Netz kann nicht die Zukunft für Qualitätsjournalismus sein.“

Hombach hatte die Debatte vergangene Woche mit einer Äußerung über eine kostenlose App des G+J-Blatts "Financial Times Deutschland“ ausgelöst: Für ihn sei es "ein erklärungsbedürftiger Widerspruch, wenn Gruner + Jahr ankündigt, gegen kostenlose 'Tagesschau‘-Apps zu klagen und zur gleichen Zeit selbst ein solches Gratisangebot macht“.

Die Hombach-Kritik hatte ein G+J-Sprecher auf W&V-Anfrage zunächst deutlich zurückgewiesen. Man halte „die Äußerungen von Bodo Hombach, bei allem Respekt, für falsch, da hier Äpfel mit Birnen verglichen werden“. Daraufhin bemühte sich Hombach um eine Entschärfung der Debatte. "Auch ich möchte meinen Respekt ausdrücken“, erklärte der WAZ-Chef gegenüber W&V. "Meine Hoffnung auf Schulterschluss der Verlage hätte ich freundlicher vortragen sollen.“

In der Sache habe er den Kurs von Springer-Chef Mathias Döpfner stärken wollen, "die anstehenden technologischen Sprünge in der digitalen Welt zu nutzen und die Kostenlos-Kultur des Internets hinter uns zu lassen“. "Die Empörung über die gebührenfinanzierte Dumpingkonkurrenz der von den Parteien kontrollierten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten“ teile er. Der WAZ-Chef will künftig "miteinander statt übereinander reden“.

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