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"Handelsblatt"-Chef Gabor Steingart: "Es muss präziser gearbeitet werden"
Ende 2009 stellte das "Handelsblatt" auf das Tabloid-Format um. Dennoch ist die Auflage auch nach dem Chefredakteurswechsel von Bernd Ziesemer auf "Spiegel"-Mann Gabor Steingart im April 2010 weiter gesunken. Immerhin konnte die Erosion eingedämmt werden - nachdem der Verkauf der börsentäglichen Zeitung zwischen dem 1. Quartal 2009 und dem 1. Quartal 2010 um über 9200 Stück einbrach, fing sich die Auflage zuletzt wieder. Derzeit (1. Quartal 2011) gehen 136.851 Exemplare des "Handelsblatts" täglich weg. Vor zwei Jahren lag die Zahl noch bei 146.164 Stück. Die Besuche bei Handelsblatt.com sind im Mai im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gestiegen und liegen derzeit bei 10,73 Millionen Visits.
Chefredakteur Gabor Steingart, im April 2010 vom "Spiegel" gekommen, sieht sich dennoch im Soll. Im Interview mit W&V-Redakteurin Julia Kloft sagt er: "Ich habe nie geglaubt, dass wir in zwölf Monaten einen Zehnjahrestrend umkehren können. Wunder dauern länger". Dafür verlangt er seiner Redaktion einiges ab: "Es muss präziser gearbeitet werden, da bin ich fordernd, auch drängend. Diesen Willen zur Exzellenz muss ich abverlangen, und das ist ohne Frage für viele ein Kulturwandel."
Große Erwartungen setzt Steingart in seinen Chef Rainer Esser. Als Geschäftsführer der "Zeit" habe Esser gemeinsam mit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo "das Wunder von Hamburg" geschafft. Die Wochenzeitung steht trotz Print-Krise glänzend da, das soll sich jetzt beim "Handelsblatt" in Düsseldorf wiederholen. "Als Chefredakteur verstehe ich nicht genug von Marketing, Vertrieb und Markenführung", relativiert Steingart seine Verantwortung, hier sei Esser "ein starker Partner".
Das Interview mit Gabor Steingart erscheint in der aktuellen W&V (25/2011).
Kloft Redakteur










