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"Handwerker nach Fessel-Vorrichtungen gefragt": Ole von Beust und die Medienmeute

Bizarre Medienspiele: Der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust kritisiert in einem Interview das Verhalten der Presse nach seinem erzwungenen Outing.

Text: Petra Schwegler

31. Mai 2011

Sein Outing geriet zum Spießrutenlauf. Der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust kritisiert in einem Interview mit dem "Zeit Magazin" (EVT: 1.6.) – dem ersten nach dem Ausscheiden aus der Politik im Sommer 2010 - das Verhalten der Medien nach seinem erzwungenen Outing durch den damaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill im Jahr 2003.

Zeitungen hätten anschließend "monatelang mein Privatleben durchforstet", so von Beust. "Die haben bei Handwerkern angerufen, ob es Vorrichtungen an der Wand gibt, an denen jemand gefesselt werden kann, ob es Spiegel überm Bett gibt. … Dieses Gefühl, dass das eigene Umfeld abgeschöpft wurde – das hat mich wirklich belastet." Die öffentlichen Äußerungen von Schill, der ihm eine Beziehung mit dem damaligen Justizsenator Roger Kusch vorwarf, hätten ihn hingegen "nicht in meinem Innersten berührt", sagt Ole von Beust gegenüber dem "Zeit Magazin".

Er habe sein Schwulsein immer "sehr offen gelebt", so der Politiker. Dennoch hätte er lange Zeit Angst vor einem Outing gehabt: "Ich wollte mich nicht rechtfertigen müssen für Dinge, die keinen was angehen. Und ich wollte nicht der schwule Fraktionsvorsitzende sein, sondern der Fraktionsvorsitzende, der vielleicht auch schwul ist."

Im Gespräch mit dem "Zeit Magazin" kritisiert er zudem die mangelnden Aufstiegschancen von Homosexuellen in der CDU. "Ministerpräsident ist das Äußerste", was ein Homosexueller in der CDU werden könne. "Ich selbst wäre auch nie Spitzenkandidat geworden, wenn die Leute geahnt hätten, dass ich gewinnen könnte. Ich war ja eher eine Verlegenheitslösung, der Jungspund, der immer so aussieht, als käme er vom Segeln. Ich weiß, dass Helmut Kohl 1997 dagegen war, dass ich Spitzenkandidat wurde." Von Beust ist von 1993 bis 2001 Fraktionsvorsitzender der CDU in der Hamburger Bürgerschaft gewesen und von 2001 bis 2010 Erster Bürgermeister der Hansestadt.


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Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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