Heftkritik: "Enorm" stellt sich vor
Die erste Ausgabe des Wirtschaftsmagazins aus dem Social Publishing Verlag kann überzeugen - auch dank einer gelungenen Optik. Eine Heftkritik von Manuela Pauker.
Wenn ein neues Wirtschaftsmagazin auf den Markt kommt, das sich ein wenig abseits der üblichen Thematik bewegt, ist der Vergleich mit dem vielgelobten „Brand eins“ natürlich nicht weit. Diesen Vergleich muss sich auch "Enorm" gefallen lassen, dessen erste offizielle Ausgabe der Hamburger Social Publishing Verlag am 18. März vorlegt. Eine neue, „ethisch begründete Form des Wirtschaftens“, die „für den Ausgleich zwischen Arm und Reich sorgt“ und zugleich „die natürlichen Ressourcen erhält“ will Chefredakteur Thomas Friemel mit dem Magazin propagieren. Das ist ambitioniert – und kann nur funktionieren, wenn das Blatt nicht gleich in die "Alternativ-Ecke" abgeschoben wird, aus welchen Gründen auch immer.
Diese Klippe umschifft "Enorm" mit einer hochwertigen Aufmachung. Im Innenteil erinnert die Optik zwar streckenweise sehr an "Brand eins" - doch das ist ja nicht unbedingt die schlechteste Referenz. Dank der Cover-Illustration, deren Stil auch im Heft aufgenommen wird, schafft es "Enorm" aber doch auch, einen eigenen, individuellen "Look" zu erschaffen. Überhaupt ist die Optik des Titels durchgehend gelungen: Opulente Bilder, ruhig layoutete Strecken – alles sehr geschmackvoll, ohne langweilig zu wirken.
Thematisch ist das Magazin ebenfalls gut aufgestellt. Sehr angenehm: Die Autoren, die unter anderem schon für "FAZ", "Süddeutsche" & Co. tätig waren, verzichten in ihren Beiträgen weitgehend auf den erhobenen Zeigefinger – soweit sich das beim ersten Überfliegen des Blattes beurteilen lässt. Die Texte sind gut geschrieben, kleine Elemente zwischen den größeren Beiträgen („Wem gehört diese Geldbörse?“) lockern die ernste Thematik immer wieder auf.
Fazit: Die erste Ausgabe von "Enorm" ist auf jeden Fall gelungen. Kann die Redaktion das Niveau halten, dürfte der Platz im Regal neben „Brand eins“ adäquat belegt sein.