Hubert Burda: Eine Woche lang Geburtstag
Verleger Hubert Burda wird 70 - und erzählt bei der ARD-Talkshow "Beckmann" aus seinem Leben. W&V-Redakteurin Manuela Pauker berichtet über Burdas verlängerte Geburtstagsfeier des Medien-Managers.
Diese Woche wird wohl anstrengend für Hubert Burda: Heute, an seinem 70. Geburtstag, wurde ihm bereits um sieben Uhr bei einem Frühstück eine Festschrift überreicht. Dann geht es weiter mit „Dauerfeiern bis Freitag Nacht“, verriet der Verleger in der ARD-Talkshow von Reinhold Beckmann: Ausklingen wird die Geburtstagswoche im Kaisersaal der Residenz München. Und Burda, zusammen mit seiner Frau Maria Furtwängler und den Weggefährten Karl Lagerfeld und Reinhold Messner Gast von Beckmann, gab noch mehr Einblicke in sein Leben. Mit 16, so verriet der jüngste Sohn von Senator Franz Burda und Aenne Burda, wollte er eigentlich Maler werden. Er habe dann aber gemerkt, dass „das Talent nicht reicht“ – und entschied sich für das Studium der Kunstgeschichte. Richtig anerkannt war wohl auch das nicht vom Senator. Der habe Reinhold Messner, dessen zahlreiche Expeditionen er auch finanzieren half, bewundert, erinnert sich Burda: „Der Reinhold war eigentlich immer der vierte Sohn.“ Der „vierte Sohn“ bedankte sich dafür, indem die Berichte über die zahlreichen Berg-Abenteuer stets exklusiv in "Bunte" nachzulesen waren.
Trotz des Ausflugs zur Kunst wurde Hubert Burda bekanntlich ja doch noch zum Verleger – auch wenn sein erster Versuch mit der avantgardistischen Männerzeitschrift "M" im Jahr 1969 nur neun Monate dauerte. Der Senator sei von dem Blatt, das „ein neues Ego-Bild des Mannes“ vermitteln sollte, nicht begeistert gewesen, erzählt Burda. Das Abenteuer mit "M" dauerte auch deswegen nur so kurz, weil es „zu früh“ dafür war und er auch „handwerkliche Fehler“ gemacht habe. Auch der Schiffbruch mit der "Super!-Zeitung", die die "Bild-Zeitung" für den Osten werden wollte, machte ihm schwer zu schaffen. Unterstützer Rupert Murdoch stieg 1991 wieder aus – doch da war die 60 bis 70 Millionen Mark teure Druckerei schon gebaut. Im Juli 1992 war Schluss mit "Super!", und Burda wußte nicht, wie es weitergeht: „Die Zeit von August 1992 bis Januar 1993 war das Schwierigste in meinem Leben.“
Zum Glück kam, wie man weiß, Helmut Markwort und mit ihm "Focus". Wäre es nach seiner Frau gegangen, hätte er den Titel wohl nicht gestartet, erzählt Burda: Er habe ihr Entwürfe gezeigt und gefragt: „Sollen wir das machen?“ „Nein!“ habe sie geantwortet – einfach, weil sie sich nicht getraut hätte. Doch er sei von dem Konzept überzeugt gewesen. Lediglich der ehemalige "Stern"-Autor Michael Jürgs konnte sich in einem Einspieler einiger Spitzen nicht enthalten: „Eigentlich hätte Hubert Burda lieber Titel wie den "New Yorker" oder "Cicero" gemacht. Dafür hat es nicht gereicht – vielleicht weil die, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, nicht so gut waren.“
Ob seine Frau eine gute Verlegerin wäre, wollte Beckmann von Burda dann noch wissen. Der Verleger windet sich etwas: „Das kann man noch nicht sagen, weil sie noch nichts verlegt hat“, meint er zuerst. Um schließlich doch noch festzustellen: Das Verlagsgeschäft ist eine Welt für sich. Aber natürlich kann sie das.“ Die Frage der Nachfolge ist ohnehin geklärt: Die Kinder Jakob und Elisabeth werden mit 27 Jahren erben – „da ist man weit genug.“ Burda betont aber zugleich: „Erben heißt noch nicht, Vorstandsvorsitzender zu sein.“ Wobei aber anscheinend die Tochter ohnehin eine Reinkarnation von Aenne Burda zu sein scheint, erzählt Maria Furtwängler. Sie habe schon als Kind ernsthaft verkündet: „Ich bin die Bestimmerin!“