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Georg Kofler (l.) und Michael Börnicke sind ebenso wie die Pay-TV-AG von Aktionären verklagt worden.
Georg Kofler (l.) und Michael Börnicke sind ebenso wie die Pay-TV-AG von Aktionären verklagt worden.

Klagen gegen Sky: Kommen Kofler und Börnicke davon?

veröffentlicht am 12.07.2010 um 06:00 Uhr · Medien · Artikel

Die Würfel fallen Mitte August. Dann urteilt das Landgericht München, ob der Sky-Vorgänger Premiere sowie dessen Ex-Vorstände Georg Kofler und Michael Börnicke beim Börsengang 2005 und bei der Kapitalerhöhung zwei Jahre später falsche Abo-Zahlen genannt haben. Von Mai 2009 bis April sind der AG neun Schadensersatzklagen zugestellt worden. Wert der Klagesumme: 860 000 Euro. Schwerer wiegen außergerichtliche Ansprüche; vor allem institutionelle Anleger haben Güteverfahren eingeleitet und so Schadenssummen von rund 225,2 Millionen Euro eingefordert. Das berichtet der W&V-Schwestertitel "Kontakter" in seiner aktuellen Printausgabe (EVT: 12.07.)

Die Pay-TV-AG verweist auf ihren letzten Quartalsbericht. Darin steht: "Die Gesellschaft geht von der Richtigkeit der veröffentlichten Abonnentenzahlen aus und weist sämtliche Ansprüche zurück." Kofler betont, er habe "stets korrekt berichtet". Sky beruft sich auf erste Urteile und mündliche Verhandlungen vor dem Landgericht München. Dorthin sind auch jene Klagen verwiesen worden, die im Mai 2009 zum Auftakt von einer Münchner Kanzlei beim Landgericht Frankfurt eingereicht worden sind. Bei den meisten Klagen haben die Münchner Richter bereits zu erkennen gegeben, dass im Prospekt zur Kapitalerhöhung von 2007 "nach der vorläufigen Einschätzung" keine fehlerhaften Abo-Angaben gemacht worden sind. "Die Gesellschaft geht insoweit von klageabweisenden Urteilen aus", so Sky gegenüber Aktionären.

Bleibt das Münchner Gericht bei seiner Einschätzung, verläuft das Verfahren gegen Sky, Georg Kofler und Michael Börnicke voraussichtlich im Sande. Weniger selbstbewusst gibt sich die AG bei den Güteverfahren der institutionellen Anleger. Im Quartalsbericht jedenfalls kann Sky "das Risiko" nicht verlässlich einschätzen. Rückstellungen für den Notfall sind zwar nicht gebildet. Aber die AG weist darauf hin, dass der Aktionärsprospekt von 2007 sowie die Ex-Vorstände und Aufsichtsräte mit einer Deckungssumme von jeweils bis zu 50 Millionen Euro gegen Schadensersatzansprüche abgesichert seien.

Premiere hat nach der Übernahme durch Rupert Murdoch im Herbst 2008 eingeräumt, unter den früheren CEOs Georg Kofler und Michael Börnicke mehr als drei Millionen Abonnenten genannt zu haben, obwohl es nur 2,4 Millionen gewesen seien. Die Aktie brach in Folge um gut die Hälfte ein, Anleger sahen sich geschädigt.

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