Gut ein Viertel aller Transaktionen entfiel auf Fachmedien. Hier scheinen die Verleger eher Wachstumspotenziale auszumachen als bei Zeitungen und Publikumsmagazinen. Den größten Handel tätigten Axel Springer und der Ringier-Verlag mit dem gemeinsamen Joint Venture Ringier Axel Springer Media AG, das soeben offiziell seine Geschäftstätigkeit aufnahm und die jeweiligen Aktivitäten in Osteuropa bündelt. Das Volumen der Transaktion betrug über 414 Millionen Euro. Die weiteren Top-Deals blieben deutlich darunter - ein Volumen von jeweils 100 Millionen Euro erreichten der Zusammenschluss der zwei norddeutschen Grossisten Carlsen und Lamich, das Joint Venture der beiden Pressegroßhändler Dittmann und Tonollo sowie ein Verkauf der Bertelsmann-Gruppe in Spanien - die Gütersloher gaben eine 50-Prozent-Beteiligung im Buchmarkt an die Grupo Planata ab.

Mit über 80 Prozent Anteil war die Mehrheit der Transaktionen sehr klein, so Bartholomäus - sie betrafen nur Titel- und Programmbereiche oder Verlage mit weniger als fünf Millionen Euro Umsatz. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen: 2009 waren es 70 Prozent. Das sei „typisch für Zeiten mit schwierigem wirtschaftlichen Umfeld“, sagt der Experte - Investoren kaufen nicht nur seltener, sie nähmen auch geringere Risiken in Kauf. Von einem anziehenden M&A-Markt dürfte auch sein Beratungshaus profitieren.