Nielsen Media meldet weiteres Werbe-Plus
4,8 Prozent mehr Bruttowerbeerlöse gegenüber dem Vorjahr sind bis Ende Februar in den klassischen Medien angekommen. Einen Verlierer gibt es allerdings auch: Der Februar hat das Radio nach unten gezogen.
Nielsen Media Research belegt: Der gute Start ins neue Jahr hält weiter an - zumindest im Großteil der klassischen Medien. Auch nach dem Februar registrieren die Hamburger Forscher ein Plus bei den Bruttowerbespendings gegenüber den ersten zwei Monaten des Vorjahres. Um 4,8 Prozent ist der Werbemarkt in den ersten acht Wochen des Jahres angewachsen, mehr als 3,2 Milliarden haben die Above-the-line-Medien bisher brutto an Werbung umgesetzt; seit Jahresanfang zählt auch der Boom-Sektor Internet dazu. Nielsen-Media-Chef Ludger Wibbelt sieht Licht am Horizont: "Nach dem Krisenjahr 2009 mehren sich also weiterhin die positiven Signale aus dem Bruttowerbemarkt.“
Überraschender Verlierer bis Ende Februar ist das Radio; der Februar bringt einen kompletten Einbruch bei den Bruttospendings mit sich. Unbereinigt gibt Nielsen für den Hörfunk bis Ende Februar ein Minus von 8,0 Prozent auf bisher 171 Millionen Euro Umsatz aus. Ins Jahr ist die Gattung indes noch mit einem Zuwachs in Höhe von 5,6 Prozent gestartet.
Auch die anderen Mediengruppen schlagen sich sehr unterschiedlich im neuen Werbejahr: Bei den Printmedien liegen die Tageszeitungen und Fachzeitschriften weiter im Minus. Sie verzeichnen einen unbereinigten Rückgang von 4,1 beziehungsweise 3,1 Prozent. Damit hat sich in beiden Gattungen der Umsatzschwund verringert. Tageszeitungen haben bisher rund 773 Millionen Euro an Bruttowerbeumätzen erlöst, Fachzeitschriften rund 61 Millionen Euro. Die Zeitschriften, im kompletten Jahr 2009 gebeutelt, setzen ihr leichtes Brutto-Plus fort – jetzt mit 0,9 Prozent gegenüber Januar und Febraur 2009. Knapp 508 Millionen Euro sind bisher brutto umgesetzt worden.
Die Werbeflaute, die das Medium Kino im Lauf des Jahres 2009 hart getroffen hat, ist weiterhin passé. Das hat einen Grund: Ab dem Jahr 2010 können die Kino-Werbekunden auf die neue Performance-basierte Abrechnung setzen und kaufen nur noch Kontakte ein. Die Werbekunden bezahlen die Besucher, die in den gebuchten Filmen oder Kinostandorten über die Kinokasse erfasst worden sind. Und das sind dank „Avatar“ und anderer Kassenschlager derzeit viele. Somit lautet die Bilanz für Lichtspielhäuser bis Ende Februar: plus 81,1 Prozent und bisher mehr als neun Millionen Euro an Bruttowerbeumsätzen.
Sehr gut im Rennen liegt auch das reichweitenstarke Medium Fernsehen. 13,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum werden laut Nielsen mit TV-Werbung brutto umgesetzt, gut 1,3 Milliarden Euro sind bisher unbereinigt umgesetzt worden. Davor liegt das neu aufgenommene Medium Internet mit jetzt 15,6 Prozent mehr Umsätzen gegenüber Januar und Februar 2009 und 262 Millionen Euro Bruttowerbeerlösen. Das Plakat fängt sich wieder. Die Bilanz bisher: minus 0,7 Prozent und 113 Millionen Euro Bruttowerbeumsatz.