Besonders deutlich bleibt der Rückgang der Werbeinvestitionen bei den Zeitschriften. Publikumszeitschriften verzeichnen zwischen Januar und Dezember 2009 bei einem Bruttowerbeumsatz von knapp 3,5 Milliarden Euro ein klares Minus, das sich unbereinigt bei 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingependelt hat. Fachzeitschriften verzeichnen ein unbereinigtes Minus von 7,5 Prozent auf insgesamt 387 Millionen Euro.

Die Werbeflaute, die das Medium Kino im Lauf des Jahres 2009 hart getroffen hat, lässt zum Schluss doch noch locker. Laut Nielsen Media Research sind die Bruttoerlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum bis Jahresende um 1,3 Prozent auf gut 72 Millionen Euro eingebrochen. Zum Jahresauftakt hatte die Kinobranche ein zweistelliges Minus verkraften müssen. Mit Spannung dürften nun die Bruttowerbeausgaben im Online-Sektor erwartet werden. Im Internet wurde in diesem Jahr erstmals ein Minus von Nielsen Media Research ermittelt. Die Zahlen folgen in den kommenden Tagen.

Zu den einzelnen Branchen: Der Handel hat besonders stark geworben und nicht nur erneut den höchsten Bruttowerbedruck mit insgesamt 2,2 Milliarden Euro vorgelegt, sondern auch mit einer Steigerung von plus 170 Millionen Euro den Werbedruck absolut am stärksten erhöht. In 2010 werde der Wettbewerb in der Branche eine neue Dimension annehmen, meint Wibbelt. Auch der Werbe-Wettbewerb im OTC-Geschäft nehme weiter zu, da mit der Werbung ein noch stärkerer Einfluss auf die Kaufentscheidung der Verbraucher ausgeübt werden solle. Weiterhin deutliche Steigerungen verzeichneten laut Nielsen die FMCG-Branchen Haarpflege (plus 68 Millionen Euro), Waschmittel (plus 62 Millionen Euro) sowie Putz- und Pflegemittel (plus 59 Millionen Euro). "Insbesondere die drei Konsumgüterhersteller Henkel Wasch- + Reinigungsmittel, Procter + Gamble sowie Schwarzkopf + Henkel stachen durch ihren gesteigerten Werbedruck in diesen Segmenten massiv hervor“, so die Forscher.

Sinkende Tarife für die Endkunden und dementsprechend eigene sinkende Umsätze haben sich Nielsen zufolge in den Werbeetats der Telekommunikationsbranche bemerkbar gemacht, die in 2008 noch verstärkt geworben hatte und in 2009 die höchsten Werbereduzierungen in den Branchen Mobil- und Festnetz mit insgesamt knapp minus 300 Millionen Euro verzeichnete. Ebenfalls offensichtliche Reduzierungen verbuchte demnach die Image- und Firmenwerbung der Energieunternehmen.

Die Automobilbranche reduzierte in 2009 ihren Werbedruck um minus 76 Millionen Euro bzw. minus 5,3 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro, wobei das Werbeverhalten der Automobilkonzerne höchst unterschiedlich ausgefallen ist: Während Opel mit minus 30 Millionen Euro, Honda mit minus 23 Millionen Euro und Mazda mit minus 20 Millionen Euro ihr Werbeverhalten deutlich einschränkten, steigerten laut Nielsen Renault (plus 30 Millionen Euro), Volkswagen (plus 21 Millionen Euro) und Citroen (plus 19 Millionen Euro) ihren Werbedruck in 2009 am deutlichsten. Ludger Wibbelt: "Die Autobranche steht vor einem weiteren schwierigen Jahr. Es ist zu erwarten, dass das Thema Preis und besondere Angebote weiterhin im Vordergrund stehen, wobei die Pkw-Hersteller insbesondere das Thema Umwelt in ihrer Werbung aufgreifen, aber auch viele neue Modelle intensiv medial begleiten werden."


Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.