Product Placement: Die Vermarkter rüsten sich
So langsam werden die TV-Vermarkter unruhig: Denn ab dem 1. April ist Product Placement in Deutschland legal. Sender und Vermarkter bereiten sich vor.
Am 1. April ist es soweit: Dann dürfen Privatsender und Produzenten mit Inkrafttreten des neuen Rundfunkstaatsvertrags auch in Deutschland legales Product Placement betreiben. Die Unternehmen und Vermarkter arbeiten auf Hochtouren an den Vorbereitungen.
El Cartel Media etwa stockt hierfür die Abteilung Sonderwerbeformen und Kooperation personell auf. Der neue Mitarbeiter „soll unter anderem das ‚PP‘ vorantreiben, um künftig entsprechend agieren zu können“, sagt Jan Kühl, der Geschäftsführer des RTL-II-Vermarkters zum W&V-Schwesterblatt "Kontakter". „Prinzipiell wird es so sein, dass sich im Zuge des crossmedialen Gedankens alle Mitarbeiter dieser Abteilung, aber auch die Mitarbeiter des Verkaufs sich kundenindividuell mit dem Thema ‚PP‘ auseinandersetzen werden.“ Interesse im Markt bestehe bereits.
ProSiebenSat.1 hält sich bedeckt: „Es gibt bereits erste Anfragen von Kunden und Agenturen – allerdings befinden wir uns hier noch in Gesprächen und können dazu noch nichts Genaueres sagen“, sagt Annette Kümmel, Senior Vice President Media Policy bei der ProSiebenSat.1 Group. Ob die Senderfamilie die Möglichkeiten des Product Placement überhaupt nutze, entscheide man von Fall zu Fall. Die Entscheidung treffe die Redaktion, so Kümmel.
Konkret wird Lars-Eric Mann, Verkaufsdirektor Solutions beim RTL-Vermarkter IP Deutschland: „Erste Gespräche mit Kunden laufen bereits, und wir werden sicherlich in Kürze ein Pilotprojekt aufsetzen.“ Mehr verrät er nicht. Klar ist jedoch: Um Produktionen von Super RTL und n-tv kann es aus rechtlichen Gründen nicht gehen, da im Kinder- und News-Umfeld Produktplatzierungen weiterhin verboten sind. Dann bleiben immer noch die Eigenproduktionen für RTL und Vox.