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Radio Day 2009: UKW-Wellen haben noch Zukunft
Hat das klassische UKW-Radio noch ein Chance, in die digitale, mobile Zukunft hinübergerettet zu werden? Nein – und auch Ja. So jedenfalls lautete die Antwort von Michael Schütz, Branchengruppenleiter beim Rheingold-Institut, der auf dem Radio Day in Köln eine Prognose zu den „Future Media Trend 2015:“ gab. Ein Thema, das auf großes Interesse stieß: Selbst auf dem Boden saßen noch zahlreiche Radioday-Besucher. Referent Schütz selbst gab dabei – eingehüllt in eine knallorangene Sicherheitsweste – auch optisch unmissverständlich zum Ausdruck, dass hier einer seine Visionen verbreitet, der sich als ein Lebensretter von Radio versteht.
Das klassische UKW-Radio werde auch in Zukunft gehört – vor allem zu Hause und im Auto. Hier prägte Michael Schütz den Begriff der „halboffenen Schutzräume“. Im vertrauten, intimen Umfeld zu Hause oder im Auto suchten die Menschen via Radio die Anbindung nach Draußen, den Anschluss an die Masse der Gesellschaft.
Genau das sei der Grund, warum das klassische UKW-Radio nicht die Art von Radio sei, die 1:1 auf mobile Endgeräte übersetzt werden könne. Mobile Endgeräte würden ihrerseits auch in einem halboffenen Schutzraum genutzt. Nur sei hier die Nutzungssituation das komplementäre Gegenteil zum Radiohören zu Hause: Befinden sich Menschen mitten in der gesellschaftlichen Masse, etwa an öffentlichen Plätzen oder im Nahverkehr, muss Radio eben nicht die Anbindung nach Draußen leisten, sondern vielmehr eine Rückzugsmöglichkeit von dieser Außenwelt sicherstellen, indem man sich via Radio wieder einen eigenen, intimen, abgegrenzten Raum erschafft.
Diese Funktion könnte Radio als Massenmedium à la UKW nicht ausüben. Hier seien individuelle Sender gefragt. Das sei die Chance für Webradios, so Schütz. Auf sehr spitze Profile zugeschnitten und mit einem möglichst kleinen Wortanteil konzipiert seien Webradios der Gegenentwurf zu den klassischen UKW-Wellen – und dann gehört die Zukunft wohl beiden Generationen von Radio.
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Treckmann Redakteur













