Regiocast will mit Zusatzerlösen wachsen
Das Radiounternehmen will bis 2015 aus der Vermarktung digitaler Inhalte 25 Prozent des Umsatzes beziehen.
Diversifikation ist auch bei Regiocast das Zauberwort. Das Radiounternehmen mit Sendern wie PSR oder R.SH will bis 2015 Erlöse aus der digitalen Vermarktung in den Kernbeteiligungen auf ein Viertel des Konzernumsatzes steigern. Aktuell, so rechnet Regiocast-Chef Erwin Linnenbach vor, steuern die Digitalumsätze gerade einmal vier Prozent bei – Tendenz stark steigend. So wird die Tochter RBC GmbH Business to Media Consumer in diesem Jahr einen Umsatz von 1,4 Millionen Euro mit der Vermarktung von Webradios erzielen – doppelt so viel wie im Vorjahr. Auch im herkömmlichen Geschäft läuft es nach der Krise wieder gut: Beim Gesamtumsatz aller Beteiligungen rechnet das Unternehmen für 2010 mit einem stabilen Betrag in Höhe von rund 212 Millionen Euro. Immer wichtiger wird das Sales-Geschäft vor Ort: "Bei der Werbezeitenvermarktung liegt der Anteil der regionalen Erlöse mittlerweile bei über 50 Prozent“, so Linnenbach.
Mut macht Linnenbach nicht nur die Webradio-Vermarktung; auch beim Bundesliga-Radio 90elf läuft es rund. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr auf 600.000 Euro verdoppelt worden. Mit dem gleichen Wachstum rechnet Erwin Linnenbach im kommenden Jahr – und mit dem Break Even im Jahr 2012. „Für uns ist 90elf auch aus Vermarktungssicht ein erfreuliches Produkt – ein audiobasiertes Angebot, das visuell erweitert wird“, so der Regiocast-Lenker mit Blick etwa auf die Display-Vermarktung auf mobilen Endgeräten. Hinzu kommt: Seit Start der aktuellen Bundesliga-Saison gibt es eine kostenpflichtige App von 90elf. Kostenpunkt: 2,99 Euro, zur Rückrunde sind nurmehr 1,59 Euro für den gesamten Zeitraum fällig. Bisher hat Regiocast mit der Offerte 60.000 Euro erlöst – und sieht Potenzial für 2011.
Des Weiteren öffnet das Unternehmen, das neuerdings als GmbH auftritt, zum Jahreswechsel ein weiteres Geschäftsfeld: „Wir starten 2011 mit konkurrenzfähigen UKW-Produkten“, kündigt Linnenbach an. Dabei wird die Netzbetreiber-Tochter Derutec zusammen mit dem Leipziger Telekommunikationskonzern HL Komm eine IP-basierte Technik anbieten, mit der die Sender ihr UKW-Signal bis zum Funkturm weiterleiten können. Derutec macht damit der Media Broadcast erneut Konkurrenz, die bisher das Monopol bei der Dienstleistung hat. Zum Start wird in der eigenen Familie die Dienstleistung an den Sender gebracht: Im Januar kümmert sich Derutec um die Weiterleitung des Sendesignals des hessischen Radio Bob. Linnenbach sagt mit Blick auf die neuen Service-Angebote: „Unser Motto lautet: Aus Kosten Umsatz machen.“
Weitere Standbeine fruchten mittlerweile – so etwa der Leipziger Freizeitpark Belantis. Linnenbach: „Belantis meldet in diesem Jahr die mit Abstand besten Besucherzahlen und den besten Umsatz seit Bestehen. Der Freizeitpark ist damit unser zweitgrößter Umsatzträger.“ Beim Web-Joint-Venture Hammerdeal.de, einer Auktionsplattform, haben sich mittlerweile 160.000 Nutzer registriert. Das Angebot hat Regiocast vor einigen Jahren gestartet, auch um mehr in das Direktgeschäft mit den Endkunden zu kommen. Neuer Zuwachs in der Familie ist nicht ausgeschlossen; nach der Mehrheitsübernahme von Antenne MV läuft aktuell eine Bewerbung um ein Jugendradio in Rheinland-Pfalz.