Rückblende 2009: Die Opfer der Printkrise
Von "Amica" bis "Vanity Fair": W&V-Redakteurin Manuela Pauker erinnert an die eingestellten Magazine 2009 und blickt auf das kommende Jahr.
Dass es in diesem Jahr zu Bereinigungungen im Printmarkt kommen würde, hatte sich 2008 bereits abgezeichnet. Für viele Titel kam das Aus 2009 denn auch nicht ganz überraschend. In der Bildergalerie gibt es einen kurzen Rückblick auf die dahingeschiedenen Blätter des Jahres 2009.
Trotz allem sind die Regale an den Kiosken nicht leerer geworden. Auch wenn Print von vielen als aussterbende Gattung erklärt wird, werden die Verlage nicht müde, neue Titel zu starten. Auch, weil sie mit Print immer noch mehr verdienen als mit Online. Der Beweis: Laut der Statistik des Presse-Grosso erschienen in diesem Jahr 1461 neue Titel, nur rund 80 weniger als 2008. Auch wenn sich darunter viele Specials und One-Shots befanden – die Tendenz ist eindeutig.
Viele Verlage scheinen allerdings vorsichtiger mit neuen Launches als früher. Mittlerweile schickt man einen Titel nicht mehr sofort monatlich oder gar wöchentlich in den Markt, sondern lässt erst einmal einen Testballon steigen. Typische Beispiele sind die Gruner + Jahr-Launches „Nido“ sowie „Beef“, „Gala Men“ und „Business Punk“, die Mitte Oktober herauskamen: Nur bei ausreichender Resonanz gibt es grünes Licht für weitere Ausgaben. Bei „Nido“, „Beef“ und „Business Punk“ ist das weitere „Go“ bereits offiziell.
Diese Art der Launchpolitik wird wohl auch 2010 anhalten. Doch es geht auch anders. Der wohl größte Launch Anfang kommenden wird das neue Klambt-Peoplemagazin "Look" sein: Am 11. Februar debütiert der Titel mit einer Druckauflage von 500.000 Exemplaren. Langfristig will der Klambt Verlag, der in die Entwicklung einen niedrigen achtstelligen Betrag investiert hat, Woche für Woche rund 200.000 Käufer erreichen. das ist sicher sehr optimistisch – aber ein wenig Optimismus kann die Branche sicher vertragen.