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Spiegel Verlag verliert Entwicklungschef Hebig an Facebook

Spiegel-Chef Ove Saffe steht unter Druck. Überraschend geht Heiko Hebig, Chef der Unternehmensentwicklung. Zudem ist Saffe in einen heftigen Streit zwischen den Spiegel-Chefredakteuren Mascolo und Blumencron geraten.

Text: Gregory Lipinski

23. April 2012

Spiegel-Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe verliert nach rund einem halben Jahr einen wichtigen Mann: Heiko Hebig, der seit Oktober 2011 als Leiter neue Geschäftsfelder und für die Entwicklung der Spiegelnet GmbH verantwortlich ist, verlässt das Unternehmen zum Monatsende. Dies bestätigt eine Spiegel-Sprecherin gegenüber dem W&V-Schwestertitel "Kontakter" (EVT: 23.04.). Er wechselt Anfang Mai in die Hamburger Dependance des sozialen Netzwerks Facebook. Dort übernimmt er die Position des "Manager Business Partnerships" für Nordamerika. Über eine Nachfolge bei Spiegelnet sei noch nicht entschieden worden, heißt es.

Für Saffe ist dies ein schwerer Schlag. Hebig sollte mithelfen, nach geeigneten Online-Firmen und möglichen Geschäftsideen Ausschau zu halten, die im Bildungssektor aktiv sind. Denn der ehemalige Stern-Verlagschef plant, neben den Sparten Print, Online und TV den Bereich Edutainment und Education als vierte Unternehmenssäule aufzubauen. Damit will er einen Umsatzrückgang bei Spiegel TV auffangen, weil die TV-Tochter in der letzten Zeit viele Auftragsproduktionen verloren hat.

Doch der Spiegel-Chef hat mit noch größeren Problemen zu kämpfen. Er soll angeblich in einen heftigen Streit zwischen dem für das Printheft verantwortlichen Chefredakteur Georg Mascolo und dem Digitalchef Mathias Müller von Blumencron geraten sein. Thema des Disputs: die künftige Online-Strategie. Mascolo fordert offenbar für das Online-Portal eine Bezahlschranke, um zusätzliche Erlöse in die Firmenkasse zu spülen und ein weiteres Abbröckeln der Print-Auflage zu verhindern. Blumencron hingegen lehnt eine Bezahlschranke strikt ab. Er befürchtet, dass hierdurch die Klickraten sinken und damit das Online-Anzeigengeschäft ins Trudeln gerät.

Weitere Informationen rund um den Machtkampf in der Spiegel-Topetage finden Sie in der aktuellen Printausgabe des Kontakters.


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Autor: Gregory Lipinski

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