WAZ will 30 Millionen Euro einsparen
Die Essener WAZ-Gruppe unter Führung von Geschäftsführer Bodo Hombach und Christian Nienhaus hat ihrem Kerngeschäft einen harten Sparkurs verordnet.
Die Essener WAZ-Gruppe unter Führung von Geschäftsführer Bodo Hombach und Christian Nienhaus hat ihrem Kerngeschäft einen harten Sparkurs verordnet. Danach sollen bei den Titeln "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ), "Westfälische Rundschau" (WR), "Neue Ruhr-/Neue Rhein-Zeitung" (NRZ) und "Westfalenpost" WP insgesamt 30 Millionen Euro gespart werden. Dies erfuhr Werben & Verkaufen aus Verlagskreisen. Unklar ist noch, wie diese Einsparungen umgesetzt werden sollen. Danach sind neben der Zusammenlegungen von Redaktionen auch Stellenstreichungen im Gespräch, die unter anderem sozialvertraglich erfolgen sollen.
Den Betrag wollen die beiden WAZ-Geschäftsführer durch Einsparungen bei Sach- sowie Personalkosten erreichen, heißt es in einer Informationen der Betriebsräte, die gestern an die rund 900 Beschäftigten der betroffenen Zeitungen verbreitet wurde. Hintergrund für die Schlankheitskur ist, dass die WAZ-Gruppe offenbar unter einem Gewinneinbruch leidet. So sei das Ziel der Geschäftsführung, mindestens "eine schwarze Null" zu erwirtschaften, heißt es in dem Schreiben der Arbeitnehmervertreter. Der Betriebsrat zitiert hierbei Bodo Hombach. Nach seinen Worten ist "die Lage dramatischer, als sie je war", heißt es in dem Betriebsratspapier.
Unklar ist noch, wie diese Einsparungen umgesetzt werden sollen. Danach sind neben der Zusammenlegung von Redaktionen auch Stellenstreichungen im Gespräch, die unter anderem sozialverträglich erfolgen sollen. Die Geschäftsführung will die Betriebsräte bis zum 21. November darüber informieren, wie die Einsparungen aussehen sollen.
Offen ist, ob und inwieweit Harald Wahls, bislang Geschäftsführer des "Handelsblatt"-Vermarkters GWP, den Umbau begleiten wird. Er soll bei der WAZ-Gruppe Verlagsgeschäftsführer der nordrhein-westfälischen Tageszeitungen werden, wie am Mittwoch bekannt wurde. Die WAZ-Mediengruppe bestätigte in einer Mitteilung am Donnerstag nachmittag auch offiziell den Wechsel von Wahls. Der Zeitungpunkt, wann der neue Zeitungschef in Essen anfängt, stehe jedoch noch nicht fest. Theoretisch läuft Wahls Vertrag mit der Verlagsgruppe Handelsblatt noch bis Ende 2009. Er wird in Essen ebenfalls dem obersten Management-Board des Konzerns, der Geschäftsleitung, angehören. Branchenexperten rechnen hingegen damit, dass der Manager schon früher in Essen angfangen werde.
Wahls journalistisches Pendant auf der obersten Geschäftsleitungsebene wird Ulrich Reitz, Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Er steigt ebenfalls zum Mitglied der Geschäftsleitung auf und ist dort ab sofort "für redaktionelle Angelegenheiten" verantwortlich, heißt es in der Verlagsmitteilung.
Begleitet werden die jetzigen Umbaupläne bei der WAZ-Zeitungsgruppe von der Hamburger Unternehmensberatung Schickler. Die Berater sind in der Branche als Sparfüchse bekannt. Sie hatten erst vor kurzem bei der Hamburger Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr ("Stern", "Geo") den Anzeigenbereich umstrukturiert, der unter anderem Stellenstreichungen zur Folge hatte.
Die WAZ-Gruppe wollte die Sparpläne nicht kommentieren.