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Daniel Fiedler bereitet den Sendestart von ZDFkultur vor.
Daniel Fiedler bereitet den Sendestart von ZDFkultur vor.

ZDFkultur wird teurer als der Theaterkanal

veröffentlicht am 24.03.2011 um 12:15 Uhr · Medien · Artikel

ZDFkultur wird gut ausgestattet. Für das laufende Jahr stehen mehr als zwölf Millionen Euro zur Verfügung, für das nächste werden es rund 18 Millionen sei, wie ZDFkultur-Programmchef Daniel Fiedler der Nachrichtenagentur "dpa" sagt. Zum Vergleich: Der bisherige ZDFTheaterkanal muss sich mit etwas über acht Millionen Euro pro Jahr begnügen. Insgesamt stehen laut Fiedler für 3sat und ZDFkultur mehr Mittel zur Verfügung als bislang für 3sat und den Theaterkanal. Fiedler ist beim ZDF auch für dessen Anteil an 3sat verantwortlich.

Fest stehen jetzt Programmdetails. Tag eins am 7. Mai sieht folgendermaßen aus: Morgens wird um 6.30 Uhr mit einem Konzert der britischen Band Snow Patrol gestartet. Am Abend um 20.15 Uhr gibt es einen Mitschnitt eines Rihanna-Konzerts, um 21 Uhr eine Übertragung unseres Musikformates "Berlin Live" aus dem Berliner Club "Trafo". Es wird Moderatoren geben: Rainer Maria Jilg, Lukas Koch, Nina Sonnenberg und Jo Schück führen wechselweise durchs Programm und moderieren auch die tägliche 20-Uhr-Sendung "der marker".

Zu den tragenden Säulen des Programms gehört Popmusik. Magazine und Konzertreihen wie "Later with Jools", "On Tape", "TV Noir", "zdf@bauhaus", "Delikatessen", "From the Basement", "Berlin live" und "London live" sollen das Thema tragen. Die Sendung "Foyer" gibt 3sat zur Erstausstrahlung an ZDFkultur ab. Kathrin Bauernfeind wird künftig alle 14 Tage ihr Popkulturmagazin "Bauernfeind" präsentieren. Einige ZDF-Programme – wie die "heute-show" oder Filme aus der Reihe "Das kleine Fernsehspiel" - sind auch bei ZDFkultur zu sehen. Die Ausrichtung von ZDFkultur sei der Veränderung des Kulturbegriffs geschuldet, so Fiedler gegenübe der "dpa". "Der Titel "Theaterkanal" bedeutet eine Einengung, der im Zuge der Erweiterung des Kulturbegriffs nicht mehr passt. Mit ZDFkultur wollen wir die Popkultur mit der Hochkultur versöhnen und haben ein spielerisches Verständnis von Kultur."

Daniel Fiedler hofft auf die steigende Akzeptanz des Senders: Der Theaterkanal muss sich mit einem Marktanteil von 0,1 Prozent begnügen. "Wir werden eine stark steigende Reichweite haben", glaubt der 45-Jährige. "Ab 2012 wird die analoge Satellitenverbreitung eingestellt, die digitale Nutzung, die derzeit bei rund 50 Prozent liegt, wird zunehmen. ZDF neo hat das vorgemacht. Wir werden die Zuschauerkontakte erhöhen." ZDF neo ist seit November 2009 on air – sehr zum Ärger der privaten Mitbewerber, die mit Argusaugen über die Programmierung mit vielen Serien für die Kernzielgruppe junge Familien wachen.

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