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Erinnerungen an den Herbst 1989
Wo waren Sie, als die Mauer fiel? Damals war ich Geschäftsführer der Kronenzeitung in Österreich. Wir haben zu der Zeit viel über die Fluchten der DDR-Bürger via Ungarn durch Österreich berichtet. Das Thema war ergo auch bei uns sehr päsent. Vom Mauerfall selbst habe ich dann spätabends durch CNN erfahren - und dann ganz aufgeregt durch die deutschen Sender geschaltet.
Was haben Sie damals empfunden? Ich habe mich aus verschiedenen Gründen wahnsinnig gefreut! Als "halber Ösi und halber Ossi" mit einer Mutter, die aus Halle an der Saale stammt, hatte ich natürlich auch einen ganz persönlichen Bezug dazu, dass aus einem geteilten Deutschland wieder ein ganzes wird. Ich habe die Teilung Deutschlands niemals als endgültig betrachtet und von Anfang an geglaubt, dass das Land wieder zusammenwächst. Auch politisch hat mich der Mauerfall sehr berührt; ich habe in meiner Zeit als Berater von Bundeskanzler Bruno Kreisky viel Kontakt zu Willi Brandt gehabt. Ihn dann an diesem Abend beim Mauerfall zu sehen, hat mich sehr berührt.
Was hat die Wende für Sie persönlich und beruflich bedeutet und verändert? Die Wende hat mir sehr viel bedeutet und privat sowie beruflich einiges verändert. Es war natürlich einerseits toll, dass wir mit dem Mauerfall einfach so die Verwandtschaft besuchen konnten. Nur leider war zu dem Zeitpunkt meine Großmutter schon verstorben. Das neue große Deutschland hat zudem das Aufkommen von privatem Fernsehen sehr befördert. Die neuen Bundesbürger waren den jungen und frischen Sendern wie RTL oder Sat.1 gegenüber sehr aufgeschlossen, sie waren nicht durch ARD und ZDF geprägt. Dem Boom des Privatfernsehens und letztlich dem Mauerfall habe ich zu verdanken, dass mich RTL 1994 gerufen hat und ich dort als Direktor für Information und Sport wirken konnte.










