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Brüssel entscheidet über Nährwertkennzeichnung
Das Thema Nährwertkennzeichnung sorgt seit Monaten für Zoff – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Ilse Aigner (CSU) jetzt vorgeworfen, Lobby für die Industrie zu betreiben und ihre Rolle als Verbraucherministerin zu vernachlässigen.
Aigner hat in einem Zeitungsinterview am Wochenende das Aus für die Ampelkennzeichnung auf EU-Ebene verkündet: „Die EU-Kommission steht dem Modell kritisch gegenüber und wird es deshalb nicht vorschlagen.“ Auch Aigner selbst spricht sich gegen eine pauschale Farb-Einteilung in rot, gelb und grün aus." Denn danach müsse Bio-Apfelsaft aufgrund des Fruchtzuckers rot gekennzeichnet werden, Diät-Cola aber grün.
Offiziell ist die Entscheidung in Brüssel noch nicht gefallen. Am morgigen Dienstag wird der zuständige Ausschuss des Europäischen Parlaments eine Empfehlung abgeben, wie die Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel künftig geregelt sein soll. Im Mai wird dann das Plenum die Verordnung verabschieden.
Dass die Kennzeichnung aller Lebensmittel mit Nährwertangaben verpflichtend werden wird, ist wahrscheinlich. Dann müssen künftig neben den Kalorien auch der Anteil von Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker und Salz in absoluten Grammangaben aufgeführt werden. Bisher sind die Nährstoff-Angaben auf Verpackungen größtenteils freiwillig. Unklar ist laut Aigner derzeit noch, ob die Nährwertangaben auch pro Portion und in Relation zum durchschnittlichen Tagesbedarf angegeben werden müssen. Einige große Konzerne wie Kellog, Coca-Cola und Unilever drucken den so genannten GDA-Nährwertkompass (Guidlines Daily Amount) bereits seit einigen Jahren freiwillig auf ihre Verpackungen.
Gruber Redakteur











