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Deutscher Werberat: Die bizarrsten Beschwerden
Der Deutsche Werberat hat seinen Jahresbericht vorgelegt. Unterm Strich ist die Zahl der Beschwerden zurückgegangen. Aber es gibt mehr überzogene Kritik mit manchmal abstrusen Argumenten.
186 von 255 Eingaben hat der Werberat im vergangenen Jahr zurückgewiesen. Darunter die Beschwerde über Oetkers Pudding-Kampagne mit der Comic-Kuh "Paula". Ein Konsument fand die Verwendung eines Frauennamens für eine Kuh sei diskriminierend. Schließlich heiße in seiner Familie auch jemand Paula.
Dem konnte der Werberat ebensowenig folgen wie einer Kritik am Wurst-Slogan "Knackig wie ein Wiener, würzig wie ein Frankfurter". Der Beschwerdeführer hatte moniert, dass Wien nicht in Deutschland liege und eine Aufzählung beider Städte "eine inakzeptable Nähe zur nationalsozialistischen Einverleibung Österreichs" schaffe. Der Werberat war sich allerdings sicher, dass die Wurstsorte und nicht die Stadt gemeint war. 2008 hatte das Gremium nur 176 von 264 Beschwerden zurückgewiesen.
69 Fälle wurden im vergangenen Jahr vom Werberat angemahnt. Die meisten der beanstandeten Motive verschwanden umgehend aus den Medien. Nur sieben werbungtreibende Unternehmen hielten an ihren umstrittenen Kampagnen fest und wurden dafür öffentlich gerügt: Die Hotelkette A&O, die Baufirma WOFA, MSI Technologie, der Autoverleih MTS, der Finanzvermittler AVF, der Gastronom Arte und der Bodenverleger Dieter Holschbach. Im laufenden Jahr kam ein weiterer Fall hinzu: In der Zeitschrift "Wild und Hund" wirbt die sauerländische Firma Mester Kunstbaue mit der Abbildung einer nackten kriechenden Frau auf einer Betonröhre ("Jäger stehen drauf, Füchse sowieso").
Sexistische Motive sind ohnehin Thema Nummer eins beim Werberat. Über ein Drittel der Beschwerden beziehen sich auf die Diskriminierung von Frauen. Weitere Kritikpunkte sind Gewaltverharmlosung und -verherrlichung (elf Prozent) und Gefährdung von Kindern und Jugendlichen (neun Prozent).
Zimmer Redakteur











