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Gratis-Werbung für Lego: Youtube-Hit mit Plastik-Astronaut
So kurz vor der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg, die am 1. Februar beginnt, kann es für Lego wohl kaum eine bessere Werbung geben. Seit zwei Tagen kursiert ein Youtube-Video im Web und in den Medien, in dem ein Lego-Männchen die Hauptrolle spielt. Es sorgt weltweit für jede Menge Aufmerksamkeit und ist außerdem der ultimative Produkt-Test.
Lego selber hat damit aber gar nichts zu tun, sondern kann sich entspannt zurücklehnen und den Ruhm genießen. Zwei Jungs aus Kanada, Mathew Ho und Asad Muhammad, 16 und 17 Jahre alt, haben einem Lego-Männchen eine kanadische Flagge in die Plastikhand gedrückt, es auf einen im Internet bestellten Wetterballon geschnallt, diesen mit Helium gefüllt und dann steigen lassen. Im Film ist im Zeitraffer zu sehen, wie der Lego-Astronaut rund 24 Kilometer hoch in die Stratosphäre fliegt. Nach 97 Minuten landete das Plastikkerlchen wieder - 120 Kilometer von seinem Startpunkt entfernt.
Laut Internetberichten war die ungewöhnliche "Raumkapsel" aus Styropor mit vier Kameras und einem GPS-fähigen Handy zur Ortung der Position ausgestattet. Der kleine Astronaut hatte sogar einen Nylon-Fallschirm, um wieder sicher auf der Erde zu landen. Den Ausflug sollen Figur und Flagge gut überstanden haben - ein Produkttest der Superlative. Das Experiment der zwei Jungs erzielte auf Youtube schon fast 500.000 Klicks. Auch Lego bedankte sich dort für die schöne Reise.
"Wir sind absolut begeistert und fasziniert, wie wahnsinnig kreativ Menschen in der ganzen Welt unsere Produkte einsetzen", erklärt Katharina Sutch, Pressesprecherin von Lego Deutschland. Sie freut sich besonders darüber, dass eine klassische Figur mitfliegen durfte und kein getunter Star-Wars-Astronaut, den der Spielwarenhersteller auch im Programm hat.
Lego-Männchen werden immer wieder für Filme oder Experimente verwendet, Kult-Status haben etwa die sogenannten "Brick-Filme", bei denen mit Lego-Figuren ganze Fußball-Begegnungen nachgespielt werden. Dafür gibt es mittlerweile sogar das eigene Festival "Steinerei" "Es ist unglaublich, wieviel Liebe und Zeit Menschen in diese Projekte investieren. Das zeigt eine große Verbundenheit mit unseren Produkten und es beweist unseren Anspruch: Was man sich vorstellt, kann man auch bauen", so Sutch.
Lego freut sich über die User-Generated-Gratis-Werbung, hält sich aber selbst vornehm mit derlei Aktionen zurück. Das Unternehmen weiß: Selbstgemachte Filme wie der Ausflug ins Weltall sind viel authentischer und wirksamer, als wenn Lego selbst seine Figuren auf Wetterballone schnallen würde. Dabei war das nicht der erste Ausflug von Lego-Männchen ins All. Die NASA nahm auch schon Figuren mit in ein Raumschiff. Aber da durften sie drinnen mit fliegen - und nicht draußen.
Schobelt Redakteur











