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Ludger Wibbelt, Nielsen-Chef, mit positiven Quartalszahlen.
Ludger Wibbelt, Nielsen-Chef, mit positiven Quartalszahlen.

Nielsen: Werbemarkt wächst um 9,4 Prozent

veröffentlicht am 12.07.2010 um 12:21 Uhr · Unternehmen · Artikel

Nicht nur mit dem deutschen Fußball, auch mit dem Werbemarkt geht es weiter aufwärts: Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 rund 11,5 Milliarden Euro brutto investiert. Dies bedeutet im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 ein Plus von 9,4 Prozent (bereinigt: plus 9,3 Prozent), beziehungsweise 993 Millionen Euro mehr in den Kassen. „Das Bruttowerbejahr 2010 entwickelt sich bislang weitaus besser als anfangs viele Prognosen vermuten lassen haben. Dabei basiert das Plus sowohl auf der schwachen Halbjahresentwicklung des Vorjahres als auch auf der Verbesserung des deutschen Wirtschafts- und Konsumklimas in 2010. Aktuelle Agentur-Umfragen bestätigen ebenfalls diesen erfreulichen Trend.“, erklärt Ludger Wibbelt, Geschäftsführer Nielsen Deutschland.

Bereits das erste Quartal 2010 hatte mit einem Plus von 8,5 Prozent für Auflockerung gesorgt. Das zweite Quartal entwickelte sich mit einem Bruttowerbeplus von 10,3 Prozent sogar noch eine Nuance besser, vor allem dank einem starken Mai mit einem Investitionsplus von 14,4 Prozent. Für ein kräftiges Plus sorgte auch der Fußball: Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2010 für die Werbemaßnahmen in Deutschland, die sich direkt oder indirekt auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 beziehen, 296 Millionen Euro investiert. Das entspricht einem Anteil von 2,6 Prozent am gesamten Bruttowerbedruck der Above-the-line-Medien. Allerdings: Gegenüber der WM 2006 im eigenen Lande verringerten die offiziellen FIFA Partner und internationalen FIFA WM-Sponsoren mit insgesamt ca. 60 Millionen Euro den Werbedruck. Der weitaus größere Anteil floss aus den Werbekassen der Nicht-Sponsoren, die das Thema Fußball trotzdem aufgriffen

Auffällig ist zum Beispiel der gestiegene Werbedruck in der Kosmetikbranche. Insgesamt 92 Millionen Euro wurden in den ersten sechs Monaten 2010 für speziell auf Männerhaut abgestimmte Gesichts-, Körperpflege- und Duftprodukte investiert. Ein Wachstum von 29 Millionen Euro bzw. 44,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Nivea, Henkel, L’Oréal und Unilever gehen in die Verlängerung für die lange im Abseits gestandene Zielgruppe der Männer. Anschlusstreffer werden folgen“, prognostiziert Ludger Wibbelt.

Am stärksten legten die Online-Dienstleistungen mit einem Plus ihres Bruttowerbedrucks in Höhe von 89 Millionen Euro auf 366 Millionen Euro zu. Ludger Wibbelt: „Die Online-Dienstleistungen haben dabei vor allem ihren Werbedruck im Fernsehen ausgebaut. Der Grund dafür ist, dass die eher onlineorientierten Werber markenaufbauend emotional versuchen, ihre Kunden im Fernsehen zu finden und dann auf ihre Internetangebote zu ziehen.“

Insgesamt profitieren fast alle Gattungen von der gestiegenen Werbelaune: In Online-Werbung investierten die Werbungtreibenden von Januar bis Juni brutto 998 Millionen Euro, ein Plus von 27,7 Prozent. TV-Werbung legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum unbereinigt um 15 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro zu. Auch Plakatwerbung wuchs um 8 Prozent auf bisher 457 Millionen Euro. Ein Plus von 4,3 Prozent auf 653 Millionen Euro vermeldet auch Radio. Im Printlager können sich die Zeitungen mit einem Plus von 0,9 Prozent leicht steigern auf rund 2,6 Milliarden Euro, auch die Publikumszeitschriften erholen sich ein wenig: Der Bruttowerbeumsatz wuchs um 2,6 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro.

Der Gattung Kino kommt die Umstellung der Abrechnung zugute. Seit 2010 können die Werbekunden performance-basiert abrechnen und kaufen nur noch Kontakte. Das heißt, die Werbekunden bezahlen die Besucher, die in den gebuchten Filmen oder Kinostandorten über die Kinokasse erfasst worden sind. Dies bescherte von Januar bis Juni 2010 ein Plus von 19,8 Prozent auf rund 31 Millionen Bruttowerbeumsatz.

Einzig die Fachzeitschriften verlieren erneut, mit einem Minus von 0,8 Prozent lautet ihre Umsatz-Bilanz nun 199 Millionen Euro.

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