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"Unsinn, Gier, Geschäftemacherei": Markenartikler warnen vor Social-Media-Hype
Auf der 15. Fachtagung der OWM rief der Vorsitzende Uwe Becker zu einem besonnenen Umgang mit den Medien auf und warnte vor einem unreflektierten Social-Media-Hype. Vor rund 300 Gästen im Berliner Maritim Hotel sagte Becker, es bringe nichts, wenn einige Wanderprediger durch die Lande ziehen und die Weisheit verbreiteten, dass die Menschen nicht mehr lesen, nicht mehr fernsehen, dass die klassischen Medien tot seien und sich alles im Web 2.0, in Foren, Sozialen Netzwerken und Blogs abspiele.
Das, so Becker, sei "blanker Unsinn, PR-Gier und Geschäftsmacherei", schade der Sache und führe letztendlich nur dazu, dass viele ihrem "verbrannten Geld nachweinen würden." Den Social-Media-Hype verglich er mit dem Internet-Hype von 2001. Damals hatten zahlreiche Unternehmen hohe Summen investiert, anschließend herbe Verluste erlitten und sich letztendlich wieder ganz vom Netz abgewandt. Ein Umgang mit Augenmaß, so Becker, könne solche Pleiten künftig verhindern.
Becker hatte zuvor ein positives Bild der Werbeentwicklung in Deutschland gezeichnet. Er präsentierte das Ergegbnis einer Befragung unter den rund 100 OWM-Mitgliedern. Darin rechnen 56 Prozent im kommenden Jahr mit steigenden Werbeausgaben. In diesem Zusammenhang warnte er vor einer Verteuerung der Werbepreise und zog als Beispiel die Entwicklung der TV-Spots heran. Die TV-Werbung, so Becker, sei von Januar bis Oktober gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent teurer geworden.
Von der Online-Branche forderte Becker mehr Transparenz. Er wies noch einmal auf eine Untersuchung der OWM hin, die belegt, dass längst nicht alle gebuchten und bezahlten Werbebanner auf den gewünschten Websites auch ankommen. Hier sei eine Verbesserung der Systeme und Prozesse dringend notwendig. Kritik übte Becker auch am Targeting. Das sei häufig überbezahlt und eine "Black Box". Vertrauensbildend wäre hier ein "neutrales Targeting Auditing". Becker: "Sozusagen die regelmäßige Zertifizierung und Testung des angebotenen Targetings." Uwe Becker steht seit 2007 an der Spitze der OWM. Er ist Mediadirektor von Unilever in Hamburg.
van Rinsum Redakteur










