Y&R Brand Asset Valuators | | von Frauke Schobelt

Automarken verlieren an Ansehen bei jungen Menschen

Junge Menschen verlieren zunehmend das Interesse am eigenen Auto. In den vergangenen 15 Jahren hat der eigene PKW, vor allem bei jüngeren Stadtbewohnern, rapide an Bedeutung verloren, wie zahlreiche Studien nachweisen. Ehemals Statussymbol und Zeichen für ein unabhängiges Erwachsenendasein, ist das Auto „immer mehr zu einem bloßen Gebrauchsgegenstand geworden, der zwar durchaus Spaß machen darf, aber ansonsten vor allem seinen Zweck erfüllen soll“, sagt Katja Metz, Managing Partner von Y&R Deutschland. Die Folge: Carsharing boomt, die Autonutzung nimmt ab, die Führerscheinquote ist rückläufig. Diese Entwicklung hat nun auch Auswirkungen auf Automarken, wie eine aktuelle Untersuchung des Y&R Brand Asset Valuators zeigt. Demnach verlieren Automobilhersteller in der jungen Zielgruppe kontinuierlich an Ansehen.

Die Ergebnisse zeigen: Handy- und Computermarken schlagen bei den unter 30-Jährigen die Automobilmarken bei weitem. 79 Prozent in dieser Altersgruppe steht ihre Handymarke deutlich näher als ihre Automobilmarke. Gleichzeitig sinkt die Popularität der Automobilmarken und immer weniger sind bereit mehr für Autos zu bezahlen. Doch nicht nur die persönliche Bindung an das Auto nimmt ab. So offenbart der Blick auf Bewertungskriterien wie Qualität, Einzigartigkeit oder Fortschrittlichkeit, mit denen Autohersteller sich so gerne brüsten: Auch in diesen Bereichen schneiden sie nicht mehr so gut ab. Das Fazit: Mit der Relevanz sinkt offensichtlich auch das allgemeine Ansehen der Marken. Kein Wunder, dass die Auto-Pläne von Apple und Google die Automobilindustrie in Aufregung versetzen. Schließlich drängen finanz- und innovationsstarke Player in den Markt, die den Autoriesen das Leben schwer machen können. Und ihre Marken sind bei jungen Menschen schwer angesagt.

Auch wenn sich einige Image-Kriterien laut Y&R stabil entwickelt haben - die Tendenz der vergangenen 15 Jahre sei eindeutig: Automarken sind längst keine unantastbaren Ikonen mehr. "Die Jungen schauen genau und vor allem nüchtern hin. Für die PKW-Hersteller wird es schwer, in Märkten wie Deutschland eine Trendumkehr herbeizuführen. Google und Apple prägen das Leben der jungen Generation heute ungleich stärker als BMW und Mercedes. Umso spannender sind Googles jüngste Vorstöße in Richtung Automobil und vielleicht belebt die neue Konkurrenz das Geschäft“, führt Katja Metz aus.

Der Brand Asset Valuator erfasst seit 1993 die Beziehung zwischen Menschen und Marken. Anhand von 52 feststehenden Faktoren werden alle zwei bis drei Jahre mehrere Tausend Deutsche, in diesem Jahr 2500, zwischen 18 und 70 Jahren zu ihrer Wahrnehmung von Marken befragt. Für den deutschen Markt liegen neue Ergebnisse für über 1100 Consumer Brands vor.

 

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