Bernd Hoffmann | | von Mike Schnoor

"Jede Werbeform funktioniert - sie muss nur richtig genutzt werden"

Die Dmexco bildet den Höhepunkt im digitalen Werbejahr, zu dem sich Vermarkter, Mediaplaner und Werbetreibende jedes Jahr in Köln versammeln. Die Messe und Konferenz lockt einen gewaltigen Besucherstrom an die Stände, um über digitale Dienstleistungen und über die Verteilung von Werbebudgets zu sprechen. Aber gerade Markenunternehmen sind sich bei der künftigen Bedeutung von klassischen Display Ads immer wieder uneinig, zumal die Frage nach den Nachweisen der gekauften Medialeistung nie ganz geklärt ist. So hofft die Branche auf manch neue Zugpferde, die in Form von Bewegtbildinhalten und -werbung die Nutzer wieder begeistern sollen. W&V-Autor Mike Schnoor sprach in einem Kurzinterview mit Bernd Hoffmann, Chief Digital Officer bei Mediacom, wie eine der größten Agenturgruppen die Rolle der Dmexco für die werbetreibende Industrie und die Entwicklung der gesamten Digitalbranche beurteilt.

Für die Dmexco rechnen die Veranstalter mit rund 30.000 Besuchern. Wie sagt diese Zahl über die Bedeutung der digitalen Wirtschaft und insbesondere von Digital Advertising in Deutschland aus?

Diese beeindruckende Zahl steht für Vielfältigkeit sowie Bedeutung der digitalen Werbeszene und zeigt auch, dass wichtige neue Themen und Trends vorgestellt werden, für die sich viele Fachbesucher interessieren. Das geht von Real Time Advertising und Programmatic Buying über Multiscreen Advertising bis zur immer stärkeren Verschmelzung von Content und Connections, also der Verzahnung von Inhalten und Kanälen. Und die über 800 Aussteller und 470 Speaker belegen auch die wirtschaftliche Relevanz von digitalem Marketing.

Das einstige Zugpferd der Online-Werbung stirbt einen schleichenden Tod. Für Display-Ads werden in den kommenden Jahren negative Wachstumswerte erwartet. Wozu rät Mediacom seinen Werbekunden, wie sie ihre digitale Präsenz verlagern können?

Nachrufe sind hier gar nicht angebracht. Display-Advertising ist nur eine von vielen Werbeformen. Im Fokus stehen immer die Ziele unserer Kunden und ihre jeweiligen KPI. Je nach Zielsetzung einer Kampagne und vor allem nach Zielgruppe unterstützen wir unseren Kunden, die passenden Kanäle und Medien mit den relevanten Inhalten zu bespielen. So hat z.B. Volkswagen mit dem „Fan-Auto 2014“ sehr erfolgreich auf eine Social Media-Aktivierung gesetzt, bei der Bewegtbild via YouTube mit den Facebook-Aktivitäten der drei prominenten Testimonials verbunden wurden. Hier ging es um Engagement der Konsumenten und genau das haben diese Kanäle auch geliefert. Auch in Online gilt das Rieplsche Gesetz: Neue Medien und Werbeformen ersetzen nicht die alten, sondern reduzieren sie auf das, was sie am besten können. Sprich – jede Advertisingform hat ihre Berechtigung und Stärke, sie muss nur in der Kampagnenplanung auch richtig genutzt werden.

Welche Rolle spielt bei allem der Nutzer, also der Endkunde ohne eine echte Interessenvertretung, der von der Werbung begeistert und aktiviert werden sollte?

Der Konsument selbst ist ja die die größte Interessensvertretung an sich – er steht doch im Mittelpunkt aller werblichen Maßnahmen. Alle Marketingkampagnen haben immer den Konsumenten im Blick, möchten ihn begeistern und letztendlich zur Brand Love und Kauf bewegen. Es geht immer um Relevanz. Relevante Inhalte müssen durch die passenden Kanäle den Konsumenten bewegen, begeistern und zu einer Aktion führen.

Wie sieht die Zukunft der Digitalwerbung eigentlich aus?

Vielfältig. Mehrwertig. Effizient.

Ein Dmexco-Tipp der Redaktion: Natürlich können sich Fachbesucher direkt vor Ort für die Messe registrieren – erfahrungsgemäß ist dies allerdings mit erheblichen Wartezeiten verbunden.  Deutlich schneller geht´s über die Online-Registrierung.

"Jede Werbeform funktioniert - sie muss nur richtig genutzt werden"

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