Florian Wurzer, Intel, hat über eine Mobile Anwendung eine Stellenanzeige mit einem Video verknüpft.
Florian Wurzer, Intel, hat über eine Mobile Anwendung eine Stellenanzeige mit einem Video verknüpft. © Foto:Florian Wurzer

| | von Raoul Fischer

Augmented Reality: Wenn Printanzeigen laufen lernen

 „Augmented Reality“ – kurz: AR – gilt als wichtiger Trend der digitalen Entwicklung. Die computergestützte Anreicherung der Realitätswahrnehmung hält auch für das Personalmarketing interessante Perspektiven bereit. „Augmented Reality ist die Brücke zwischen zwei Welten“, sagt Valentin Bauer von Metaio, einem Anbieter der die entsprechenden Technologien zur Verfügung stellt. „Sie verbindet Orte oder Objekte mit digitalen Inhalten“, erklärt er.

Eine Brücke, über die die ersten Unternehmen auch schon in Sachen Personalmarketing gehen. BMW zum Beispiel hat eine Aktion vorgestellt, die eine Jobanzeige per App mit einem Video verknüpft. Auch Intel hat gemeinsam mit der Zeitschrift Lead Digital ein Projekt gestartet, bei dem eine Printanzeige mit einem Video verknüpft wurde. Wer sich im App-Store von Apple oder Android Market die „Intel Brilliance loves Company“-App herunterlud und damit das Bild einer Anzeige abfilmte, bekam ein Recruiting-Video zu sehen. Der Film setzte dabei genau bei der Szene an, die auf dem Bild der Anzeige zu sehen war: Das Testimonial Björn, ein Mitarbeiter von Intel, trat in Bewegung und führt in die Job-Welt des Chip-Herstellers ein.

Intel verfolgt mit diesem Projekt  vor allem zwei Ziele: Aufmerksamkeit in der Zielgruppe – gerade auch über virale Verbreitung – und Imagegewinn. „Unsere Bewerber-Zielgruppe ist technikaffin und Innovationen in diesem Gebiet sehr aufgeschlossen“, erklärt Florian Wurzer, Sourcing Specialist bei Intel Germany. Und fügt hinzu: „Wir müssen uns zunehmend auf diese „Candidate Experience“ konzentrieren und uns der Geschwindigkeit und den Wünschen der externen Talente anpassen.“ Ein weiterer Vorteil: Diese Form der „Anreicherung“ einer Anzeige verbindet die Reichweitenstärke des Printmediums mit den emotionalen und Image bildenden Vorteilen von Bewegtbild.

Auch andere Experten sehen darin einen zukunftsweisenden Trend. Burkhard Leimbrock, Vizepräsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) geht zwar nicht davon aus, dass AR den Weg der Personalauswahl in den kommenden ein bis drei Jahren stark verändern werde. „In den nächsten fünf Jahren sicher eher ein „nice-to-have“ für technologiegetriebene Unternehmen wie Siemens oder die Deutsche Telekom“, bestätigt auch Sandro Megerle von TrendOne. Allerdings sei der Image-Effekt nicht zu unterschätzen. Robindo Ullah, Leiter Personalmarketing und Recruiting Süd der Deutschen Bahn, sieht hier vor allem einen Effekt für das Employer Branding. „AR-Maßnahmen können helfen, den Einstieg in ein Unternehmen mitzugestalten“, erklärt er.

AR erschöpft sich nicht darin, virtuell Informationen zur wahrgenommenen Realität einzublenden. Anwendungen können einen virtuellen, dreidimensionalen Raum schaffen, der in bestimmten Situationen real nicht zur Verfügung steht. Konkret: Es ist aus Effizienzgründen wenig sinnvoll, in einem Assessment für Ingenieure reale Motoren aufzubauen. Aber mit einer entsprechenden Technologie könnten die Kandidaten zum Beispiel virtuelle Maschinen auseinander und wieder zusammenbauen und so Ihr praktisches Vermögen anschaulich unter Beweis stellen. Eine Anwendung, die laut Metaio-Mann Bauer auch schon zum Einsatz gekommen ist.  

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