Medientage: Leichte Elefantenrunde
Die 22. Medientage München haben - was die Besetzung des "Elefantenrunde" genannten Auftakt-Podiums angeht - unter keinem guten Stern gestanden. Der angekündigte bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer blieb wegen der Kabinettsbildung fern und ließ sich von Bayerns Staatskanzleichef und Medienminister Eberhard Sinner vertreten. Vom gebeutelten Pay-TV-Anbieter Premiere war dieses Mal kein Vorstandsvorsitzender vertreten; der im Programm gelistete Michael Börnicke ist längst zurück getreten, der neue Chef, News-Corp-Mann Mark Williams wollte laut Moderator Helmut Markwort nicht antreten.
Dafür hielt Gesellschafter James Murdoch eine Rede, bei der er sich nicht wirklich in die Karten blicken ließ. Wichtig war ihm die News-Corp-Philosophie, die in dem Glauben wurzelt, dass Wandel etwas Gutes sei. Im Vordergrund stünde im Murdoch-Reich aber immer der Zuschauer bzw. Kunde. Zum Investment Premiere entkamen dem Top-Manager nur zwei Bemerkungen: Er sei öfter in München als gedacht. Und der Glauben an den Wandel manifestiere sich bei News Corp. auch im Investment bei Premiere - "zum zweiten Mal".
In bester Form war erneut Moderator Markwort aus dem Hause Burda. Hier einige der Spitzen, die der "Focus"-Macher beim Mediengipfel abschoss - und die das einzig wirklich spannende waren:
- "Wir haben nicht nur eine Finanzkrise, sondern auch eine "Elefantenkrise", die diese Runde hier befallen hat." (Weder Börnicke, noch Seehofer, noch ProSiebenSat.1-Lenker Guillaume de Posch waren vor Ort - aus den verschiedensten Gründen).
- "Warum kommt heute Seehofer nicht? Hat er sich über eine Schlagzeile im ZDF geärgert? Oder schon heute die Bunte gelesen? Oder nach dem Blick in den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag festgestellt, dass die Materie zu schwierig ist? Mir wurde offiziell gesagt, er sei mit dem Casting für das neue Kabinett beschäftigt."
- "Dort sitzt der Präsident des Deutschen Marketing-Verbandes, Bernd M. Michael. Herr Seehofer, dieser Mann weiß, wie man eine Marke macht!"
- "Das ist der ARD-Vorsitzende Fritz Raff, der aus der Provinz kommt. Die Hälfte von dem, was sein Saarländischer Rundfunk kriegt, bekommt er von den anderen ARD-Sendern."
- "Hallo Herr Burda, schön dass wir uns mal sehen!"
- "ZDF-Intendant Schächter hat das Beste aus der Schelte des Herrn Reich-Ranicki gemacht: Er hat a) ein tolles TV-Event übertragen, b) noch einen Talk mit Gottschalk bekommen, den 3,5 Millionen Zuschauer gesehen haben und c) er hat Elke Heidenreich los."
- "Frau Schäferkordt, wollen Sie sich nicht an Herrn Schächter rächen, in dem Sie Elke Heidenreich holen?"
Schobelt Redakteur








