Medientage: Werbeland ist abgebrannt
Deutschland steckt als Standort für Werbung in einer schweren Krise. Zu diesem Schluss kommt Thomas Koch aus der Geschäftsführung der Agentur Crossmedia auf den Medientagen München. "Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, werden die Ausgaben für Werbung gekürzt, wenn es der Wirtschaft gut geht, werden die Ausgaben trotzdem gekürzt", sagt er. In kaum einem anderen Land der Welt habe die Werbung so wenig Ansehen wie in Deutschland.
Koch hat in der Diskussionsveranstaltung "Werbestandort Deutschland - ein Problemfall?" mehrere Beispiele von Ländern angeführt, die ihre Werbeausgaben in den vergangenen zehn Jahren um deutliche zweistellige Prozentzahlen angehoben hätten. "Selbst die USA haben eine Steigerung um 53 Prozent erlebt", so Koch. In Deutschland dagegen hätten führende Wirtschaftsunternehmen wie Procter & Gamble oder Unilever schon vor dem Beginn der Finanzkrise ihre Ausgaben reduziert.
Ein weiteres Problem ist laut Koch "die Überalterung der Gesellschaft" in Deutschland und das fehlende Umdenken der Werbebranche. "Alle träumen von einer Zielgruppe, die nie älter als 50 wird", so Koch. "Aber wir sind auf die Zukunft nicht vorbereitet. Wir verschlafen auch die digitale Revolution. Uns fehlt der Nährboden für Kreativität."
Sven Dörrenbächer, Marketingexperte von Daimler-Benz, hält dagegen: "Wenn wir unsere Umsatzeinbußen der vergangenen Zeit an die Werbepartner durchreichen würden, würde hier keiner mehr sitzen."
Schobelt Redakteur








