TV Wirkungstag 2009
Tausend Teilnehmer besuchen in diesen Minuten den TV-Wirkungstag in Frankfurt. Acht Vermarkter haben zu dem Gattungstreffen eingeladen, darunter IP Deutschland, SevenOne Media, ARD Werbung Sales & Services, ZDF, Tele 5, Discovery, El Cartel und Viacom Brand Solutions. Die Teilnehmer aus Unternehmen, Agenturen und TV-Vermarktern diskutieren neueste Trends in der Werbewirkungsforschung – bei den Besuchern herrschen Arbeitsgespräche vor, von Krise ist wenig bis nichts zu spüren.
Besondern Beifall erhielt Spielfilm- und Werbefilmregisseur Detlev Buck. Er gestand: "Einen Traumkunden habe ich nicht. Ich bin konzeptabhängig und mir macht es am meisten Spaß, wenn alle am Set Freude bei der Arbeit haben." Im Gespräch mit RTL- und Wirkungstag-Moderator Wolfram Kons berichtete er von den Arbeiten mit Bundestrainer Jogi Löw für einen Dreh mit Nivea. Kons ließ ihn auch die Aussagen der Vermarktungschefs in der aktuellen W&V (S. 54) kommentieren. Buck meinte nicht ohne ein gewisses Augenzwinkern : "Was die Herren sagen, stimmt immer." Vor allem der Aussage von IP-Chef Martin Krapf konnte er zustimmen: "Ohne das Medium Fernsehen gibt es keine Beachtung der breiten Masse."
Am Vormittag bat Hochschulprofessor Wolfgang Ulrich zum Gedankenexperiment: "Wie sähe eine Welt ohne Werbung aus?" Sein Fazit: Die Marke muss so stark sein, dass sie aus sich selbst heraus wirkt und gar keine Unterstützung braucht. Als anschauliches Beispiel wählte er das Duschgel von Adidas "Sport Massage". Auch kam er zu dem Ergebnis: "Noch nie war es so anspruchsvoll, im Marketing tätig zu sein."
Der US-Forscher Rene Weber stellte aktuelle Ergebnisse aus den Untersuchungen mit Kernspindtomographien vor. Weber sagt: "Das Gehirn ist ein System von Netzwerken." Deshalb dürfe man nie nur eine Region im Gehirn betrachten, sondern müsse sich das Organ immer als ganzes ansehen. So untersuchten er und sein Team an der Universität in Santa Barbara, wie auf die Probandanden eine TV-Serie wirkt, welche Charaktere und Handlungsstränge sie mögen und welche nicht. Aus den Ergebnissen könnten die Sender ihre Schlüsse ziehen. Weber plädoyiert für eine tiefgehende Wirkungsforschung: "Vorschnelle und unseriöse Vereinfachung führt zu schnellen Ergebnissen."
Schobelt Redakteur







