Runter vom Gas-Kampagne. Zu sportlich, zu gewagt
Ausgangslage
Selbstüberschätzung und Ignoranz. 72 Prozent der deutschen Auto- und Motorradfahrer sind davon überzeugt, dass sie sicherer fahren als alle anderen. Europaweit liegt diese Zahl „nur" bei 45 Prozent. Zu schnelles Fahren wird häufig schlicht als Kavaliersdelikt betrachtet. Zwei Millionen Verkehrsunfälle im Jahr 2007 – allein in Deutschland – mit fast 5000 Toten und über 430000 zum Teil schwer Verletzten zeigen ein anderes Bild. Schon seit Jahrzehnten versuchen das Bundesverkehrsministerium und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, die Fahrer für die Gefahren des Rasens zu sensibilisieren. Erschreckend: 2007 stieg die Anzahl der Unfälle wieder an. Die Verkehrssicherheitskampagne 2008 sollte hier Abhilfe schaffen.
Ergebnisse
Die Kampagne kam an. Und traf den Nerv der Zielgruppe. Eine öffentliche Diskussion wurde initiiert. In den klassischen Medien gab es über 250 Berichte. Auf allen TV-Kanälen liefen Nachrichtensendungen über die Maßnahmen. Präsenz aber nicht nur in überregionalen Zeitungen, sondern auch in Zeitschriften wie „ADAC Motorwelt", „TV Spielfilm" bis hin zu „Vanity Fair". Über 50 Millionen Deutsche kennen die Kampagne. Das ambitionierte Ziel wurde übertroffen: Bei über 70 Prozent der Fahrer änderte sich die Einstellung – und das Verhalten im Straßenverkehr. Ergebnis: Auf Deutschlands Straßen kamen 2008 knapp 500 Menschen weniger ums Leben als 2007. Die Anzahl der Verletzten sank im Vergleich zum Vorjahr um zirka 23560.
Unternehmen
Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR), Bonn. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Berlin. Gemeinsam haben sie eine Informationskampagne mit der Aufforderung Runter vom Gas! eingeleitet. Die Kampagne soll auf die dramatischen Folgen zu schnellen Fahrens aufmerksam machen. In Deutschland ist die Unfallursache Nummer eins weiterhin das Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit.
Agentur
Scholz & Friends Berlin. Verantwortlich: Constantin Dudzik, Geschäftsführer Strategie; Michael Winterhagen, Creative Director; Nils Busche, ebenfalls Creative Director; Philipp-Daniel Weber, Art Director; Michael Schulze, Account Director; Salvatore Amato; Account Manager. Scholz & Friends Agenda. Verantwortlich: Dominik Thesing, Geschäftsführer; Jens Lange, PR-Consultant.
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