Trilux: Neues Licht aus dem Sauerland
Am Messestand von Trilux war die Hölle los. Der Grund: Ralf Schumacher war da. Und mit ihm sein AMG-Mercedes im Trilux-Branding, in dem der Bruder des Formel-1-Matadors Michael Schumacher bei der Deutschen Tourenwagen Masters auf Punktejagd geht.
An sechs Messetagen registrierte Trilux bei der Frankfurter "light+building 2008" knapp 10.000 Besucher. "Im Vergleich zur Messe 2006 ist das eine Steigerung um 20 Prozent", strahlt Michael Huber, Generalbevollmächtigter beim Arnsberger Leuchtenhersteller.Seit 2006 ist Huber an Bord und hat dem sauerländischen Unternehmen neuen Glanz gebracht. Änderungen waren längst angesagt: Das schwächelnde Baugewerbe und die rückläufige Konjunktur ließen das Wachstum stagnieren. Das lag auf hohem Niveau, die Marktlage führte jedoch zu einem Umdenken in der Firmenphilosophie.
Ein neues Unternehmenskonzept musste her. Der Name Trilux stand zwar für Qualität und technisches Know-how. Emotionen, Designorientierung und architektonischer Anspruch wurden aber nicht hinreichend mit dem Hersteller in Verbindung gebracht. Um das zu ändern, wurde die Hamburger Agentur Serviceplan für die Markenentwicklung engagiert. Die hatte ihre Vorstellungen. Geza Unbehagen, Serviceplan-Geschäftsführer: "Wir wollten die Positionierung auf den bekannten Stärken aufbauen und gleichzeitig Trilux zu einem kompetenten und anerkannten Ansprechpartner für zusätzliche Zielgruppen entwickeln."
Unter dem Motto "German engineering for inspiring light" begannen die Kreativen aus der Hansestadt mit der Entwicklung und Umsetzung der kommunikativen Maßnahmen. Als erstes wurden Claim -"Trilux Neues Licht“ - und Logo neu gestaltet. In einer Anzeigenkampagne kommunizierte das Unternehmen die geänderte Corporate Identity. Die Werbung fand in den Fachmagazinen schnell Beachtung. In den Anzeigen änderte sich die Sprache von Trilux. Mit visionären Statements und selbstbewussten Überschriften wurde der Relaunch des technisch geprägten Leuchtenherstellers untermauert. In diesem Jahr soll die Kampagne überarbeitet werden.
In neuem Kleid zeigen sich auch die Kataloge. Eine Image-Broschüre bringt den Kunden zudem die Firmenphilosophie näher. Neben den Technik-Interessierten gehören zur Zielgruppe nun ebenso Architekten und Designer. Außerdem wurden die Räume in Arns-berg umgebaut. „Die Umgestaltung unserer Ausstellungsbereiche ermöglicht dem Kunden eine sinnliche Erfahrung unseres Claim ‚Neues Licht‘“, erklärt Heiner Hans, Marketingverantwortlicher bei Trilux.
Michael Huber sieht das ebenfalls so: „Wir haben viel verändert, alte Zöpfe abgeschnitten und teilweise schmerzhafte Einschnitte machen müssen. Uns war besonders wichtig, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg mitzunehmen.“ So wurde der Belegschaft auf einem erstmals durchgeführten Familientag der Relaunch vorgestellt – drei Monate, bevor er auf dem Markt an den Start ging. Die Neuaufstellung kommt an. Das hat die „light+building 2008“, die weltgrößte Produktschau der Branche, bewiesen. Farbgebung, Ausgestaltung und Lounge-Charakter der Arnsberger Räume wurden auch bei der Gestaltung des Messestands aufgegriffen. "Heute können wir sagen, dass sich die Jahre des Markenaufbaus gelohnt haben und wir fast alles richtig gemacht haben", resümiert Michael Huber. Jetzt werden verstärkt internationale Märkte ins Visier genommen. Dort kann Trilux weitere Punkte sammeln.
Ausgangslage
Das Sauerländer Familienunternehmen fertigt seit fast 100 Jahren hochwertige Leuchten und Beleuchtungssysteme. Als Wilhelm Lenze 1912 in Menden mit der damals noch recht spartanischen Produktion von Pendelleuchten begann, ahnte er nicht, dass daraus einmal ein weltweit operierendes Unternehmen entstehen würde. Trotz Nachkriegszeit und Weltwirtschaftskrise wuchs die Firma kontinuierlich. Bald wurden neue Produktionsstätten in Neheim-Hüsten errichtet. 2006 schwächelte das Baugewerbe, das für die Branche immens wichtig war. Das und die allgemein rückläufige Konjunktur führten zu einem stagnierenden Wachstum. Eine komplette Neuaufstellung war notwendig. Modernität und Attraktivität sollten neue Kundengruppen anziehen.
Ergebnisse
Der Erfolg, den die geänderte Firmenstrategie hervorrief, gibt den Machern aus dem Sauerland Recht: 46-prozentiges Umsatzwachstum auf mittlerweile 450 Millionen Euro. Die Anzahl der Beschäftigten liegt weltweit bei 5000. Damit wuchs die Belegschaft in den vergangenen zwei Jahren um 28 Prozent. Der Claim und die überarbeitete Typografie des Namenschriftzugs sorgten dafür, dass weitere Zielgruppen erreicht wurden und der Wiedererkennungswert im Markt deutlich stieg. Mit dem neuen Kommunikationskonzept konnte Trilux seine nationale Marktführerschaft ausbauen. Die Firma gehört als familiengeführtes Unternehmen hinter Zumtobel und Philips (beide börsennotiert) europaweit zu den Top-Playern in der Leuchtenbranche.
Unternehmen
Gegründet wurde Trilux, Stammsitz in Neheim-Hüsten, 1912. In Deutschland sind 1500 Be-schäftigte tätig, 1300 davon in Arnsberg. Die Geschäftsfelder umfassen Schulen, Universitäten, Büros, Verwaltung, Straßen und Plätze sowie Infra-struktureinrichtungen und medizintechnische Versorgungseinheiten. Leitung: Michael Huber (Generalbevollmächtigter), Johannes Huxol (kaufmännischer Geschäftsführer) und Dietmar Zembrot (Geschäftsführer Marketing/Vertrieb).
Agentur
Lead-Agentur ist seit 2006 Serviceplan Hamburg unter Leitung der Geschäftsführer Axel Thomsen (Kreation) und Geza Unbehagen (Beratung). Die Agentur verantwortet die Markenführung, klassische Werbung, Druckschriften sowie Dialogmarketing. Die Serviceplan Gruppe hat 830 Mitarbeiter, 90 davon in Hamburg. Das Gross Income liegt bei 124,5 Millionen Euro, Billings bei 830 Millionen. Für Website-Betreuung ist das Tochterunternehmen Plan.Net für Trilux zuständig.
Gerber Redakteur








