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ADC-Sprecher Jochen Rädeker verteidigt den Umbau des Wettbewerbsystems.
ADC-Sprecher Jochen Rädeker verteidigt den Umbau des Wettbewerbsystems.

ADC-Chef Rädeker - "Unsere Wertung bleibt knallhart"

veröffentlicht am 12.05.2010 um 14:15 Uhr · ADC 2011 · Artikel

ADC-Vorstandssprecher Jochen Rädeker spricht im W&V-Interview über den ADC-Wettbewerb sowie über die Kompetenz von Jurys.

Mit der Ausweitung auf nunmehr 70 Sub- und elf Craft-Kategorien besteht die Gefahr, dass mehr ADC-Nägel denn je vergeben werden. Damit ginge ein Wertverlust des Wettbewerbs einher...

Jochen Rädeker Das Gegenteil ist der Fall. Durch den Umbau des Wettbewerbssystems bilden wir die Marktrealität besser ab. Der ADC-Wettbewerb hat in den 45 Jahren seines Bestehens immer rund fünf Prozent der eingereichten Arbeiten ausgezeichnet, trotz mehrfachen Änderungen des Systems. Ich sehe nicht, warum das jetzt anders sein sollte. Der ADC-Wettbewerb ist der anerkannte Wertmaßstab für Kommunikation in Deutschland. Und unsere Wertung bleibt knallhart.

Trotzdem sind nicht alle Mitglieder mit dem neuen Wettbewerbskonzept einverstanden. In einer Testjury wird ein alternatives Modell ausprobiert: Juriert wird nach Branchen statt Medienkategorien. Was versprechen Sie sich davon?

Zur Öffnung des Clubs gehört eben auch, dass man über die richtige Form des Wettbewerbs diskutiert oder auch mal streitet. Ich erwarte mir von der Alternativ-Jury neue Erkenntnisse, aber kein komplett neues Jurysystem. Wir werden möglicherweise Anhaltspunkte erhalten, ob es für den ADC-Wettbewerb und die Branche Sinn macht, sich branchenorientierter aufzustellen. Bestimmt werden wir interessante Details mitnehmen. Ich persönlich glaube jedoch nicht, dass es der Weg des ADC-Wettbewerbs in die Zukunft sein wird.

Wozu dann der Aufwand, wenn Sie nur Veränderungen im Detail erwarten? Eine Maßnahme, um Kritiker zu beschwichtigen?

Nein, natürlich nicht. Eine solche Diskussion muss von Sachinhalten getragen sein und nicht nur von Spekulationen. Dazu dient diese Testjury. Wir werden sehen, was an dieser Struktur tragfähig ist. Wichtig ist aber, dass die Themen, die wir durch die Öffnung des Clubs fördern wollten, nicht wieder ins Hintertreffen geraten. Wir sind es den Einsendern schuldig, dass ihre Ideen mit Fachwissen juriert werden. Was eine gute Idee ist, definieren Fachleute aber ganz unterschiedlich. Schon jetzt sind die ADC-Jurys auch mit einigen Kollegen aus anderen Bereichen besetzt - und das tut auch gut. Ich persönlich halte es aber für sinnvoller, dass in einer Designjury zehn Designer mit drei Werbern über gutes Design diskutieren, als dass ein bunt gemischtes Gremium gleichzeitig über Typografie, Live-Kommunikation, Anzeigentexte und virale Filme urteilt, nur weil sie alle für Kühlschrankhersteller entwickelt wurden. Dass wir Äpfel mit Birnen vergleichen, wurde uns lange vorgeworfen, und viele Spezialisten haben ihre wegweisenden Arbeiten deshalb nicht zum ADC eingeschickt. Mit dem neuen Kategoriesystem hat sich das fundamental geändert.

Das vollständige Interview mit Jochen Rädeker lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe der W&V (Ausgabe 19/2010, Erstverkaufstag am 14. Mai)

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