Studie: Außenwerbung macht mobil
Wenig Stubenhocker in der Bevölkerung wünschen sich Außenwerber naturgemäß. Anlass zur Sorge, dass die Deutschen immer weniger auf Achse sind und damit weniger mit Werbeflächen in Berührung kommen, besteht aber ganz und gar nicht. Die Ergebnisse der Studie „Mobilität in Deutschland“ initiiert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und durchgeführt vom Institut für angewandte Sozialwissenschaft (Infas) und dem Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigen: Die Bundesbürger legen immer mehr Wege zurück. Pro Tag sind es durchschnittlich zwischen drei und vier Strecken, wobei am Sonntag am wenigsten raus gegangen wird (im Durchschnitt 2,4 Wege).
Am meisten bewegen sich die Deutschen nach wie vor motorisiert vorwärts. Über 40 Prozent setzen sich in erster Linie selbst ans Steuer eines motorisierten Gefährts, um von A nach B zu kommen. Als Fahrer konzentriert man sich im Idealfall aber auf den Verkehr und nimmt zum Beispiel Plakate am Straßenrand nur im Augenwinkel wahr oder im Stau zur und von der Arbeit. Aber die Zahl der Auto- und Motorradlenker nimmt leicht ab. Dafür fahren mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad. Vor allem in städtischen Ballungsgebieten sind viele (15 Prozent) mit Bus, Bahn und Tram unterwegs. "Die Entwicklung im ÖPV ist spannend zu beobachten, da im Umfeld (Bahnhöfe u.a.) sehr aufmerksamkeitsstark geworben werden kann. Für die Adressierung bestimmter Zielgruppen ist das sehr attraktiv. Regionale Aufstockungen der MiD geben sehr genau Auskunft darüber, welche Zielgruppen wo erreicht werden", sagt Joachim Scholz, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Infas.
Interessanterweise wird die Gesellschaft trotz steigendem Anteil älterer Menschen immer mobiler. Das liegt daran, dass die Älteren immer aktiver werden. So hat sich der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre in Deutschland im Zeitraum 2002 bis 2006 um 16 Prozent erhöht, gleichzeitig haben die Wege in dieser Altersgruppe um 35 Prozent zugelegt. Im Jahr 2002 haben beispielsweise die die 65 bis 74-Jährigen im Durchschnitt 2,8 Wege pro Tag zurückgelegt, im vergangenen Jahr waren es 3,2.
Eine Steigerung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel von fünf Prozent gegenüber 2002 zeigt sich bei den 18-bis 24-Jährigen. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) ist täglich mit den Öffentlichen unterwegs. Mit dem Auto hingegen zwölf Prozent weniger (2008: 31 Prozent).
Stellt sich die Frage, wohin die Deutschen die meisten ihrer Wege führt beziehungsweise aus welchen Gründen sich die Menschen vor die Tür begeben. Wie die Studie zeigt, werden die meisten Strecken in der Freizeit zurückgelegt (2008: 92 Millionen Wege/Tag), gefolgt von Einkaufswegen (58 Millionen/Tag). 38 Millionen Wege werden täglich zurück gelegt, um in die Arbeit zu kommen oder nach Feierabend wieder zurück.
Ross Redakteur











