Andreas Koller: "Die Vertiefung der Interaktion"
Technologie und Medien werden in den nächsten Jahren hinter den Menschen zurücktreten. Momentan ist die Ära der Rezeptionsmedien gefühlt schon ablöst worden von der Hochphase der Interaktionsmedien. Sie bedeuten jedoch für viele Menschen auch Hürden und entsprechen noch nicht unserem – fließenden – Erleben.
Das Web, ob online oder mobil, wird nicht weniger wichtig in Zukunft, allerdings fehlt der Interaktion noch die Brücke in die räumliche Welt. Denn der Mensch denkt und handelt nahtlos. Verlässt er aber den Rechner, das Ladengeschäft oder legt er das Smartphone weg, reißt Kommunikation ab – im Gegensatz zu seinem Informationsbedarf.
Technologie wird daher in Zukunft viele kleine Durchbrüche bedeuten und sich dafür an unserer Wahrnehmung orientieren: Nicht nur werden Passanten in Zukunft das Web bei sich haben in Form mobiler Instrumente, sie werden auch weit mehr zu lesen haben. Plakate, Etiketten, eine Brücke oder ein Paar Designerschuhe können zu interaktiven Zellen des Alltags werden und die Puzzelteile der Kommunikation zusammenfügen, Realität mit Virtualität anreichern. Intelligente interaktive Technologien werden das Denken und Handeln zwischen POS und Web triggern, Geo-Daten können die Ansprache über Raumgrenzen hinweg perfektionieren.
Informationen werden so jedoch nicht nur nahtloser und leichter zugänglich. Sie rücken auch näher an den Menschen im Alltag heran, an seine unmittelbaren Bedürfnisse, seinen Stress, seine Befindlichkeit. Seine Reaktion auf Kommunikation aus nächster Nähe wird sensibel sein und messbar. Erfolgreiche Kommunikation von Unternehmen wird daher die Aufgabe meistern müssen, die Realität nicht mehr nur zu überhöhen, sondern auch, sie zu vertiefen.
Otto Redakteur










