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Thilo Bode: "Greenwashing ist nicht die Lösung".
Thilo Bode: "Greenwashing ist nicht die Lösung".

Innovationstag: „Das Konsensgelabere muss aufhören!“

veröffentlicht am 06.10.2010 um 18:03 Uhr · Innovationstag 2010 · Artikel

Nachhaltig ist ganz klar noch immer ein großes Thema. Und folgerichtig hatte die Serviceplan Gruppe im Programm ihres Innovationstages am Donnerstag in München Nachhaltigkeit zu einem der großen Megatrends erklärt, die es zu beleuchten galt. Aber kann das gut gehen, dazu ausgerechnet einen, der der schönen Werbescheinwelt den Kampf angesagt hat und leidenschaftlich im Gefecht steht, als Referenten einzuladen? Dorthin, wo hauptsächlich Vertreter von werbungtreibenden Unternehmen und Agenturen im Publikum sitzen? Um es vorwegzunehmen: Es ging gut! Der Auftritt von Thilo Bode, Ex-Greenpeace-Chef und jetzt Geschäftsführer des von ihm gegründeten Foodwatch e.V., verfehlte seine Wirkung nicht, gemessen an dem lauten Beifall wie den nachdenklichen Gesichtern, auch wenn offensichtlich nicht jeder im Publikum die Meinung Bodes teilte.

Thilo Bode wäre nicht er selbst ohne seine provokant sarkastischen Abrechnungen, die er auch der Zuhörerschaft beim Innovationstag nicht vorenthalten wollte: Ob es die versteckten Zuckerbomben in so genannten Frühstückscerealien sind („Die Cineminis sind für mich Körperverletzung durch Irreführung)“, der CO2-Ausstoß („Wir müssen weniger Fleisch essen. Für ein Steak können Sie auch 120 Kilometer mit einem BMW fahren, der CO2-Ausstoß des Autos und des geschlachtetenTiers sind gleich, das ändert sich auch nicht bei einem Bio-Steak“), oder seine Hiebe auf die Banken als Krisenverursacher („Wenn die Deutsche Bank die Berliner Symphoniker sponsert, ist das noch keine Nachhaltigkeit,“).

Was den Vortrag aber so sympathisch machte: Bode beließ es nicht beim mahnenden Zeigefinger, sondern zeigte mehr als einmal Verständnis für die Zwangslage, in denen sich Unternehmen befinden: „Es ist klar, dass ein einzelnes Unternehmen nicht im Alleingang etwas ändert und damit seine Existenz riskiert, wenn es im globalen Wettbewerb nicht mehr mithalten kann.“ So könne er auch kein Unternehmen nennen, das wirklich für Nachhaltigkeit stehe, wobei der Begriff ohnehin nicht einheitlich und objektiv definiert sei, sondern immer subjektiv ausgelegt werde. „Unternehmen können mit Blick auf Nachhaltigkeit derzeit im Grunde nicht mehr tun, als halbwegs anständig zu sein, gute Produkte anzubieten und profitabel zu arbeiten – Greenwashing ist nicht die Lösung“, erklärte Bode.

Bodes These für die Zukunft war klar der Ruf nach Reglementierungen durch den Staat: „Ich wünsche mir, dass der Staat klare Regeln vorgibt und nicht länger den Dienstleister der Wirtschaft spielt.“ An die Adresse der Unternehmer forderte Bode mehr Mut zu Veränderung anstatt sich hinter den Verbänden und der Lobby zu verstecken: „Es muss endlich aufhören mit dem Konsensgelabere!“

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