Facebook-Nutzer sind TV-affin
Die Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook verlinken eher mit Websites von Fernsehsendern als mit denen von Zeitungen und Zeitschriften. Das hat der US-Marktforscher Hitwise ermittelt. Auf Google News dominieren umgekehrt Presse-Websites.
So verdankte das "Wall Street Journal" Ende Februar knapp 10,4 Prozent seiner Visits Google News, aber nur 1,4 Prozent Facebook. Bei der "New York Times" ist die Kluft schmäler: 5,2 Prozent versus 2,7 Prozent. Der Sender Fox News erhielt 5,5 Prozent seiner Visits von Facebook und 1,2 Prozent von Google News, während es bei CNN 5,9 Prozent gegenüber knapp 1,8 Prozent sind.
Die Tatsache, dass die Facebook-Gemeinde dem Fernsehen eher zugetan ist als der Presse, sollte den Verlagsmanagern zu denken geben. In der Konsequenz bedeutet es, dass sie ihre Online-Marketing-Budgets stärker als bisher zu den sozialen Netzwerken schaufeln müssen. Google News, mit dem die Verlage eine Hassliebe verbindet, liefert tendenziell weniger Traffic von den begehrten jungen Zielgruppen. Die "New York Times" erklärt sich das Phänomen damit, dass die Rundfunkmedien eher als die Presse die Funktion des Kaffeeautomten erfüllen, um den sich die Kollegen zum Small-Talk versammeln.
Lothar Derichs
Zimmer Redakteur










