Finanzen: Deutsche ohne Notfallplan
28.12.2009 · Markt - Studie · Finanzen/ Banken/ VersicherungenNur wenige Bürger rüsten sich finanziell für Krisenzeiten. Ergebnissen einer TNS-Infratest-Untersuchung zufolge wären 54 Prozent der Deutschen nicht in der Lage, innerhalb eines Monats 1500 Euro aufzubringen.
Einen Notfallplan für finanzielle Krisenzeiten legen sich nur sehr wenige Bürger zurecht. Ergebnissen einer TNS-Infratest-Untersuchungen zufolge wären 54 Prozent der Deutschen nicht in der Lage, innerhalb eines Monats 1.500 Euro aufzubringen. Auch bei Verdienern mit einem Jahreseinkommen von mehr als 60.000 Euro netto könnte ein Viertel diese Summe nicht innerhalb von vier Wochen vorweisen.
TNS Infratest untersuchte in einer Mehrländer-Studie in Kooperation mit der Harvard Business School und dem Dartmouth College die Thematik „Risikobewusstsein und Risikoverhalten privater Haushalte in Zeiten der Krise“. Die 1107 online befragten Deutschen zeigten dabei nur wenig vorsorgliches Verhalten.
Optimismus während der Krise erkläre die mangelhafte Prävention. 57 Prozent schließt einen Einbruch des Geldflusses in den kommenden Zeiten im Vorhinein aus, nur sieben Prozent rechnet ernsthaft mit einem Notfall. Vor allem die mittleren Jahrgänge zwischen 25 und 45 Jahren haben kein Geldpolster für den Ernstfall hinterlegt.
Sollte ein finanzieller Notfall eintreten, greift über die Hälfte der Deutschen auf ihre eigenen Ersparnisse zurück. Ein Drittel würde seine Familie, elf Prozent seine Freunde um Unterstützung in Sachen Geld bitten. Auch der Verkauf von Wertgegenständen kommt für mehr als jeden Zehnten in Frage, solange es nicht das Heim oder die Eigentumswohnung betrifft. 14 Prozent versuchen ihre Lage mit einem zweiten Job oder Überstunden zu retten, wenn der Vorgesetzte es zulässt.
TNS Infratest, Bielefeld
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